Wilde Verwandte: Knirpsmäuse

Afrikanische Zwergmaus
Knirpsmaus (Mus minutoides)

Die Afrikanische Zwergmaus oder Knirpsmaus (Mus minutoides) gehört genauso wie die bei uns heimische Hausmaus (Mus musculus) der Gattung der Mäuse (Mus). Körperbau und -proportionen erinnern stark an andere Mäusearten, auffälligstes Merkmal dieser Art ist allerdings die Größe. Knirpsmäuse sind ausgewachsen 3 - 5 cm lang und nur rund 5 g schwer. Der Schwanz ist etwas mehr als körperlang.

Die Knirpsmaus kommt in Steppen und Buschland, aber auch auf bewirtschafteten Flächen in Südafrika, Simbabwe und Mosambik relativ häufig vor.

Der Familienverband bewohnt ein einfaches Gangsystem, welches direkt unter der Grasnarbe angelegt wird. In der Dämmerung werden die Tiere munter und gehen auf Futtersuche.

 

Haltung

 

Besonders wegen ihrer miniaturhaften Größe, sind Knirpsmäuse schon seit Jahren beliebt in der Heimtierhaltung. Jedoch sollte man beachten, dass diese Art selten freiwillig auf die Hand kommt und man ihr keinen Auslauf in der Wohnung geben kann. Es handelt sich um reine Beobachtungstiere.
Der Platzbedarf sollte nicht unterschätzt werden. Eine kleine Gruppe von zwei bis vier Tieren sollte ein Terrarium von mindestens 60 cm Kantenlänge bewohnen. Je höher die Anzahl der Tiere desto größer muss auch die Unterkunft sein. Anfänger_innen sollten sich zuerst mit einer kleineren Gruppe begnügen: Viele Halter_innen berichten, dass Gruppen teilweise aus unerfindlichen Gründen zusammenbrechen, was oftmals den Tod mehrerer Mitglieder zur Folge hat. Besonders empfindlich reagieren die Tiere auch auf Futter- und Wasserengpässe. Hunger und Durst können nach kürzester Zeit zu Kannibalismus führen.

Das Terrarium sollte in einem warmen Raum stehen oder beheizt werden, sodass die Temperatur nie unter 18°C sinkt . Der Bodengrund kann aus Kleintierstreu, aber auch aus Kokoshumus, einem Erde/Sand-Gemisch oder einer Kombination aus verschiedenen Substraten bestehen. Als Einrichtung eigenen sich verschiedene Versteck- und Klettermöglichkeiten, wie Wurzeln, Steine, Äste usw. Es ist ebenfalls möglich, mit getrocknetem Moos, lebenden Pflanzen (z.B. Papyrus) oder einem ausgestochenem Rasenstück ein naturnahes Biotop zu gestalten. Als Nistmaterial eignen sich zudem Heu und Zellstoff.

 

Ernährung

 

Die gesunde Ernährung von Knirpsmäusen ist sehr einfach. Wichtig ist eine vielseitige Mischung aus kleinen Saaten und genügend Proteinen. Als Grundlage kann eine Mischung aus Wellensittich- oder Exotenfutter mit Farbmaus- oder Rennmausfutter verwendet werden, der man Gras-, Klee-, Radieschensamen und weitere Saaten hinzufügen kann. Beim Frischfutter sind die Tiere oft wählerisch, Salatgurke wird allerdings von den meisten gefressen. Besonders wichtig ist, für ausreichend tierisches Eiweiß zu sorgen. Getrocknete Mehlwürmer oder Gammarus können direkt zum selbst hergestellten Körnerfutter gemischt werden. Lebende Insekten (Heimchen, Heuschrecken, Schaben) sollten mehrmals in der Woche angeboten werden. Insbesondere trächtige und säugende Weibchen brauchen viel Protein.

 

Zucht

 

Nach einer Tragzeit von 19 - 21 Tagen wirft ein Weibchen durchschnittlich 3 - 4 Jungtiere. Neugeborene Knirpsmäuse wiegen weniger als ein Gramm und sind kaum größer als ein Tic Tac. Die Entwicklung verläuft zeitlich gesehen genauso wie bei der Farbmaus: Nach 12 - 14 Tagen öffnen sich die Augen, das gräuliche Jugendfell ist in der dritten Lebenswoche voll ausgebildet. Mit spätestens mit sechs Wochen sind die Tiere geschlechtsreif. Für den_die Züchter_in interessant sein dürfte die Tatsache, dass mehrere verschiedene Linien und Stämme vorkommen. Neben Unterschieden in Sozialverhalten und Zahmheit gibt es auch genetisch manifestierte Abweichungen in der Kopfform, Ohrgröße und Schwanzlänge. Ebenso tritt neben der rötlichbraunen Wildfarbe auch eine blaugraue Mutante auf. Wer also vor hat, Knirpsmäuse zu züchten, sollte darauf achten, gesunde Ausgangstiere aus verträglichen und zahmen Linien zu erhalten.


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Kommentare: 1
  • #1

    Ranen (Montag, 12 März 2012 01:39)

    Hallo,
    Ich liebe dein Foto von der Knirpsmause!
    http://ratfrett.jimdo.com/2010/11/15/wilde-verwandte-knirpsm%C3%A4use/
    Würden Sie ermöglichen die Wiederverwendung (mit Modifikation) für nicht-kommerzielle Zwecke?
    Dank
    Ranen