Farbgruppen

Passen Chocolate (a/a b/b) und Dove (a/a p/p) zusammen?
Passen Chocolate (a/a b/b) und Dove (a/a p/p) zusammen?

Angesichts der großen Auswahl an mittlerweile etablierten Farbschlägen bei vielen domestizierten Kleinsäugern ist es schwer, sich bei der Farbzucht auf eine einzige Farbe festzulegen. Verständlicherweise freuen sich die meisten Züchter_innen über etwas buntere Würfe und Abwechslung in den Zuchtkäfigen. Ich selbst kenne auch niemanden, der_die sich auf eine einzige Farbe festgelegt hat, sofern es bei der betreffenden Tierart mehrere Mutationen gibt.

Dennoch: Wenn man nicht mehrere voneinander getrennte Linien aufbauen will, sollte man beim Aufbau eines Zuchtstamms nicht nur die Lieblingsfarben wählen, sondern sich auf jene beschränken, die auch zueinander passen.
Im Folgenden finden sich Hinweise, wie eine gute Farbgruppe aussieht und woran man dies festmachen kann.

Genetische und äußerliche Ähnlichkeit

Welche Mutationen lassen sich also in einer Farbgruppe zusammenfassen?
Ganz oberflächlich betrachtet, sind das Farbschläge, die sich genetisch nur wenig unterscheiden. Während beim Campbell-Zwerghamster also Agouti (A/A B/B C/C D/D P/P) und Champagne (a/a b/b C/C d/d p/p) kaum zusammen passen, sieht es bei Opal (A/A d/d) und  Blue (a/a d/d) schon ganz anders aus.

 

Etwas tiefer in die Materie eindringend ist jedoch feststellbar, dass manche Farben, auch wenn sie sich genetisch nur in einem Merkmal unterscheiden, dennoch nicht in der Zucht kombiniert werden sollten, weil sie sich ungünstig aufeinander auswirken. Ein Fall beim Campbell-Zwerghamster sind zum Beispiel Agouti (A/A) und Black (a/a). Agoutis mit schwarzen Vorfahren wirken oft zu grau und wenig kontrastreich, Blacks mit wildfarbenen Vorfahren erreichen selten die Farbtiefe, wie in reinen Nonagouti-Linien.
Hieraus leitet sich eine einfache Regel ab: Die Farben, die man in einer Farbgruppe kombiniert züchten will, sollten nicht nur genetisch, sondern auch phänotypisch ähnlich sein.

Ein Beispiel hierfür ist die Zucht von Black Eyed Lilac (a/a b/b d/d) und Red Eyed Lilac (a/a d/d p/p) und Champagne (a/a b/b d/d p/p). Die erstgenannten Farben unterscheiden sich genetisch nur gering und sehen sich bis auf die Augenfarbe sehr ähnlich. Die letztgenannte entsteht unweigerlich bei der Kombination der ersten Farben.

Spezielle Effekte

Neben der genetischen und äußerlichen Ähnlichkeit gibt es noch einige andere Faktoren, die bestimmte Farbschläge zu guten oder schlechten Partnern macht. Die Auswirkungen sind manchmal nur sehr gering und kaum erkennbar, bei manchen Züchter_innen sogar mehr präsent als bei anderen. Meine Erfahrungen waren bislang, dass Farbschläge, die nur wenige rezessive Mutationen tragen, sich am wenigsten für Farbgruppen eignen. Black bleibt nur in Reinzucht wirklich schön schwarz, auch Agouti und Albino büßen viel von ihrer Farbe ein, wenn andere Farben im Hintergrund mitspielen.
Silver Agouti (dg/dg) sollte, wenn überhaupt eher mit kalten Farben kombiniert werden, da warme Farben mit dg-Hintergrund nicht so lebendig wirken, wie aus reinen Linien. Es empfiehlt sich insgesamt, warme und kalte Farben nicht zu mischen.

Farbgruppen in denen zwei ähnliche Farben mit mehreren rezessiven Genen zu einer dritten Farbe führen, halte ich für am geeignesten, sofern man wirklich auch auf die Farbe züchten will.
Während es für Agouti, Black, Blue und Albino negativ ist, mit anderen Farben oder untereinander gemischt zu werden, will ich noch kurz erwähnen, dass sie für ihren Teil positive Auswirkungen auf andere Farben haben können. Gutes Agouti kann die Kontrastrierung und Farbtiefe bei Opal und Black Eyed Argente verbessern. Black wirkt bei zu langweilig gefärbten Blue-Linien wahre Wunder und Blue seinerseits kann sämtliche Lilac-Kombinationen verbessern. Schon in alter Literatur zur Farbmauszucht findet man immer wieder den Ratschlag, unabhängig von der Farbe, die man züchtet auch immer einen Albinostamm zu halten. Albinos sind bei Farbmäusen meist größer und relativ robust. Es empfiehlt sich also, immer mal wieder Albinos einzukreuzen, besonders bei Farben, die dazu neigen von Generation zu Generation immer kleinere Individuen hervorzubringen (Black). Dies gilt auch für Campbell-Zwerghamster.

Erprobte Kombinationen

Ich habe bei verschiedenen Tierarten bisher Erfahrungen mit folgenden Farbgruppen gemacht und kann sie deshalb eingeschränkt empfehlen. Für mehr Infos bitte einfach eine Mail schreiben.

 

Campbell-Zwerghamster

  • Lilac Fawn - Black Eyed Lilac
  • Blue - Black Eyed Lilac
  • Blue - Opal
  • Black Eyed Argente - Lilac Fawn
  • Blue Fawn- Lilac Fawn - Blue Beige

 

Farbmaus

  • Siamese Seal Point - Burmese - Siamese Blue Point - Blue Burmese
  • Black - Blue

 

Farbratte

  • Black - Siamese - Himalayan


Mogolische Rennmaus

  • Polarfuchs - Blaufuchs

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