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Artgesellschaft Kaktusmaus und Zwergmaus

Zwar würden sie sich in der Natur nie begegnen, dennoch sind sowohl die Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus) als auch die Kaktusmaus (Peromyscus eremicus) aus dem südlichen Nordamerika als Spezies bekannt, die ihren Lebensraum mit diversen anderen Mäusearten teilen und friedlich koexisiteren.

Im Februar 2017 habe ich versuchsweise zwei junge Zwergmäuse mit einem Paar Kaktusmäuse zusammengeführt. Diese Artkombination wurde bisher noch nicht dokumentiert, sodass die Veröffentlichung eines Berichts über dieses Experiment ähnlich wie auch schon bei der Gemeinschaftshaltung von Akazienratte und Streifenmaus sinnvoll erscheint.

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Ca:P kurz erklärt

Immer mehr Halter_innen beschäftigen sich immer intensiver mit der gesunden Ernährung ihrer Tiere. Für absolute Neulinge ist es da oft schwer, sich zurecht zu finden. In letzter Zeit taucht in Diskussionen über Futtermittel häufiger das Calcium-Phosphor-Verhältnis, abgekürzt Ca:P, auf. Welche Wirkung haben Calcium und Phosphor/Phosphat auf den Körper und worauf ist zu achten?

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Blätter von Bäumen und Sträuchern

Es gibt einige Kleinsäuger-Arten in der Heimtierhaltung die in der Literatur als folivor (blattfressend) beschrieben werden. Während Degus, Kaninchen und Chinchillas vor allem von Gräsern, Stauden und Kräutern ernähren, nehmen sie auch Blätter von Bäumen und Sträuchern auf. Akazienratten ernähren sich nicht nur von Früchten und Blüten, sondern vor allem von den Blättern der Bäume, die sie bewohnen.
Eine angemessene Ernährung von blattfressenden Arten sollte nicht allein auf Gemüse und Obst basieren, sondern den Bedürfnissen und Besonderheiten der Tiere gerecht werden. Der Lebensmittelhandel hält einige Salatsorten, frische Kräuter und Gemüse mit Blättern bereit. Ebenso gibt es die Möglichkeit bestimmte Zimmerpflanzen anzubieten oder speziell für Kleintiere gezüchtete Sorten im Topf zu kaufen.

Gerade im Frühjahr und Sommer lohnt es sich jedoch auch, selbst zu sammeln und den Tieren von Spaziergängen frische Zweige von Bäumen und Sträuchern mitzubringen.

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Laufrad. Machen oder Lassen?

Laufräder und Laufteller werden seit einigen Jahren sowohl in der Kleintierhaltung als auch in der Forschung ambivalent bewertet. Dies hat zum einen damit zu tun, dass über viele Jahre verschiedene Forschungsarbeiten zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangt sind. Zum anderen hat sich auch in der Heimtierhaltung der Blick auf kleine Nagetiere verändert. Die früher als zweckmäßig empfundenen Metall-Laufräder für Goldhamster mit sehr geringem Durchmesser werden mittlerweile zurecht als tierschutzwidrige Gefahrenquelle angesehen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass die meisten Laufräder schlecht sind, haben es tiergerechte Modelle schwer, sich gegen die weit verbreitete Ablehnung durchzusetzen. Ebenso hat sich in vielen Online-Communities über Kleinsäuger derzeit der Konsens eingestellt, dass Nagetiere kein Zubehör aus Kunststoff erhalten sollen (mehr dazu hier). Die meisten Laufräder, die sowohl den physiologischen als auch hygienischen Anforderungen an eine gesunde Tierhaltung gerecht werden (siehe unten), bestehen jedoch aus Kunststoff. Eins ist jedoch festzustellen: Wenn Tieren ein Laufrad zur Verfügung steht, wird es von ihnen auch genutzt. Goldhamster etwa laufen pro Nacht durchschnittlich 5000 Umdrehungen Zucker & Stephan (1973).

 

Gebhardt-Henrich et al. (2005) identifizieren in der akademischen Diskussion rund um Laufräder zwei Lager. Das eine umfasst Theorien, nach denen Laufen im Laufrad als eine Anpassung des Tieres an seine Umweltbedingungen ansieht. Die Gegenseite sieht Laufräder als grundsätzlich schädlich an.
Die Autor_innen verweisen sowohl auf positive Aspekte, wie etwa das Ausleben des Bewegungsdrangs trotz beengter Lebensverhältnisse, die Steigerung des körperlichen Wohlbefindens und die Aufrechterhaltung des Biorhythmus als auch negative Aspekte: Angeführt werden hier unter anderem die Arbeiten von Paré (1976) und Vincent & Paré (1976) zur Schädigungen der Gesundheit durch stressbedingte Magengeschwüre. Relativ weit verbreitet ist auch Betrachtung des Laufradlaufens als stereotypes Verhalten und/oder unnatürliches Verhalten.

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Bestimmungsschlüssel Apodemus

In Foren, die sich mit der Aufzucht und Pflege von einheimischen Wildtieren beschäftigen, wird relativ häufig um Bestimmungshilfe bei Wildmäusen gebeten. Meist geht es darum, ob betreffendes Exemplar nun eine Waldmaus (Apodemus sylvaticus) oder eine Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) ist. Die beiden nah verwandten Arten sehen sich sehr ähnlich, sodass es häufig zu Verwechslungen kommt.

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Rhabdomys pumilio & Rhabdomys dilectus

Ich erhielt 2006 eine kleine Gruppe von Striemengrasmäusen. Die Tiere waren damals unter dem Namen Rhabdomys pumilio bekannt und relativ häufig anzutreffen. Den meisten Autor_innen zufolge handelte es sich um die einzige Art der Gattung Rhabdomys.
Mittlerweile liest man immer häufiger von der sogenannten Feuchtgebiets-Striemengrasmaus (Rhabdomys dilectus), die neben der altbekannten pumilio-Form gezüchtet und gehandelt wird.
Was hat es mit den beiden Arten auf sich? 

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Zuchtsystem für Zwergmäuse

Wildlebende Eurasische Zwergmäuse (Micromys minutus) sind größtenteils einzelgängerisch unterwegs. Es besteht nur sporadischer Kontakt im Grenzbereich der individuellen Territorien. In der warmen Jahreszeit finden Männchen und Weibchen für eine kurze Dauer zusammen, trächtige Weibchen dulden selten Artgenossen in ihrer Nähe und reagieren mitunter hochaggressiv. Nach der Entwöhnung gehen auch die Jungtiere relativ bald ihre eigenen Wege.

Die Nachzucht von Zwergmäusen ist relativ produktiv. Die Tiere sind genügsam und paaren sich ohne größeres Zutun durch den Menschen. Dennoch gibt es einige Probleme, die bei permanenter Paarhaltung oder auch Gruppenhaltung auftreten können. Um Verletzungen, dauerhafte körperliche Erschöpfung oder den Verlust von Tieren zu verhindern und eine konstant laufende Zucht mit guten Aufzuchtquoten zu erreichen, sollte man einiges beachten.

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Mus minutoides oder Mus mattheyi?

Die zoologische Systematik ist eine wissenschaftliche Konstruktion, die versucht, Tiere anhand bestimmter Merkmale in eine Ordnung zu bringen. Da die Natur sich selten an menschengemachte Regeln hält und die Wissenschaft nicht nur neue Erkenntnisse sondern auch neue Technologien hervorbringt, um Erkenntnis zu erlangen, ist diese Systematik auch ständiger Veränderung unterworfen. Es wird umbestimmt und neu bestimmt, Unterarten erhalten Artstatus oder derselbe wird anderen aberkannt.
Die Halter_innen von Kornnattern mussten sich nach einer Neubestimmung daran gewöhnen dass ihre Tiere nun nicht mehr den wissenschaftlichen Namen Elaphe guttata trugen, sondern fortan unter Pantherophis guttatus geführt wurden. Bis auf Weiteres.

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Quarantäne

Heimtiere leben in ihrer eigenen Keimumgebung, an welche sie sich über längere Zeit gewöhnt haben. Besonders dann, wenn neue Tiere in den Bestand kommen, müssen diese an die vorhandenen (meist harmlosen) Erreger gewöhnt werden. Auch wenn alle vorhandenen Tiere gesund sind. Neue Individuen im Bestand bringen ebenso Keime aus ihrer vorherigen Haltung mit, welche sich von den vorhandenen unterscheiden.

Deshalb sollte eine Vergesellschaftung nicht sofort nach Ankunft der Tiere stattfinden. Besser ist es, dem  Immunsystem einige Zeit zu lassen, sich an die neuen Erreger zu gewöhnen und eine Quarantänephase einzuhalten.
In dieser Quarantäne kann ein neues Tier auch beobachtet werden, um den mögliche Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass der restliche Bestand ebenfalls erkrankt.

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Wurfgröße Tüpfelgrasmäuse

Im Jahr 2014 habe ich einen Artikel über Tüpfelgrasmäuse veröffentlicht. Dieser basierte, wie jeder Artikel dieser Webseite, auf eigener Erfahrung und vor allem der Recherche bereits bestehender Literatur.
Im Abschnitt über die Fortpflanzung ist zu lesen: "Durchschnittlich kommen vier bis fünf Junge zur Welt (Schumacher 2004)".
Bei einer zweiten Quelle (AnAge on HAGRID) findet sich sogar die Angabe einer durchschnittlichen Wurfgröße von 5,54.

Es besteht der Verdacht, dass diese Werte nicht (mehr) auf die Exemplare von Lemniscomys striatus anwendbar sind, die hier gepflegt werden. Ich habe eine kleine Erhebung vorgenommen und insgesamt 16 Würfe von 7 Muttertieren analysiert. Ziel war es, eine aktuelle Aussage über die in Europa gehaltene Population und deren Fruchtbarkeit zu treffen.
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Fortpflanzung von Degus

   
Geschlechtsreife 7 Wochen (♀) / 12 Wochen (♂)
Zuchtreife 53 Wochen
Brunstzyklus 3 Wochen
Tragzeit 85 - 95 Tage
Säugezeit 3 - 6 (∅4) Wochen
   
Geburtsgewicht 14,6 Gramm
Gewicht 170 - 300 Gramm
Zuchtgewicht 220 Gramm
   
Wurfgröße 4-5 (max. 12)
Geschlechterverhältnis ♀ : ♂ 1 : 1,1
   
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Vorlage Herkunftsnachweis

Wer einheimische Säugetiere hält, die nach § 7 BArtSchV geschützt sind, muss diese nicht nur bei den zuständigen Behörden an- und abmelden.
Im Falle dass man züchtet, muss für Abnehmer_innen auch ein Zuchtbeleg bzw. Herkunftsnachweis ausgestellt werden.
Dieser dient wie eine Art Geburtsurkunde für das entsprechende Tier.

 

Es sind einige Vorlagen dafür im Umlauf, bei denen teilweise unnötige Informationen abgefragt werden oder die eher auf andere Tiergruppen zugeschnitten sind. Aus diesem Grund habe ich einen eigenen Herkunftsnachweis erstellt.

Meine Vorlage darf sehr gerne genutzt und weiterverbreitet werden.

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Degus: Red + Black = ?

Red (e/e)
Red (e/e)

Das Aufkommen neuer Farbmutationen löst bei kleinen Nagetieren immer auch Spekulationen über neue Kombinationsmöglichkeiten mit bereits vorhandenen Farbvarianten aus. Bei Degus (Ocotodon degus) war dies anfangs nicht unbedingt mit großen Überraschungen verbunden. Die Kombination der beiden ersten Mutationen, nämlich der Blauaufhellung (d/d) und der Scheckung (W/w), hat blau aufgehellte Schecken hervorgerufen.

Mit der Verbreitung der meist als sandfarben bezeichneten rezessiv roten Degus (e/e), wurde es jedoch interessant. Ziemlich schnell wurden die ersten Cream-Degus (d/d e/e) angeboten und teilweise sogar für viel Geld von Züchter_innen gekauft, die selbst eigentlich Tiere in den entsprechenden Ausgangsfarben in ihrem Bestand hatten...


Um etwas Ordnung in die auf den ersten Blick nicht so leicht überschaubaren Kombinationsmöglichkeiten zu bringen, habe ich hierzu vor einiger Zeit eine vollständige Tabelle erstellt: Degu-Farbgenetik.

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Besonders geschützt

Die Zwergmaus ist eine besonders geschützte Art
Die Zwergmaus ist eine besonders geschützte Art

Immer wieder berichten Mitglieder in Foren und Facebook-Gruppen von geretteten und aufgepäppelten Wildtieren. Vor einigen Jahren dachte man schon fast an einen Trend in der Rattenhaltung, möglichst eine Wanderratte oder zumindest "Halbwilde", also Jungtiere von zahmer Farbratte und wilder Wanderratte, im Rudel zu haben. Auch einheimische Mäuse und andere Säugetiere finden ab und zu den Weg aus der Natur ins Haus und werden länger oder kürzer gehalten. Das Aufziehen von Jungtieren oder kurzfristige Gesundpflegen von kranken Individuen bis zum sachgemäßen Zurückführen in die Natur ist dabei wohl die häufigste Vorgehensweise.

Oftmals aber ist es nicht möglich, ein Tier wieder auszuwildern und es muss in Pflege bleiben. Dies ist bei den meisten Tieren in adäquater Haltung oft wenig dramatisch. Was einige Tierfreund_innen jedoch nicht bedenken, ist, dass es gesetzliche Regelungen gibt, gegen die sie eventuell verstoßen könnten.

 

Als erstes wäre hier das Jagdrecht zu nennen, dem sämtliche Huftiere von Wildschwein bis Mufflon, alle Raubtierarten, alle Hasenartigen und mit dem Murmeltier auch eine Nagetierart unterstehen. (BJagdG)

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Rote Igeltanreks?

Roter Igeltanrek
Rosaroter Igeltanrek

Kleine Igeltanreks (Echinops telfairi) kommen ausschließlich auf Madagaskar vor und haben dort ein relativ großes Verbreitungsgebiet. Die Bandbreite der Färbungen von sehr hell cremefarben bis fast schwarz ist relativ groß. Sowohl in freier Wildbahn als auch in der Heimtierhaltung finden sich alle möglichen Nuancen.

Im September 2016 habe ich auf der Terraristika Hamm zwei sehr schöne Tanreks mit rötlicher Färbung gesehen. Mehr als die Hälfte des Stachelkleids hatte diese sehr untypische Farbe. Die restlichen Partien waren gelblich weiß. Rote Stacheln hatten gelbweiße Spitzen.

 

Wir kennen von einigen Tierarten Mutationen, die das Fell rot färben. Hier sind vor allem Red bei Degus, Mandarin beim Dsungarischen Zwerghamster oder die Farbschläge Dominant Yellow und Recessive Red bei der Farbmaus zu nennen.
Ungewöhnliche Rotfärbungen, bei denen mehr rotes Phäomelanin als schwarzes Eumelanin produziert wird, werden oft mit den Stichworten Erythrismus, Rufismus/Rufinismus oder Flavismus gekennzeichnet. So gibt es hin und wieder Berichte von rosa-stichigen Strawberry-Leoparden und rote Varianten von Bartagamen oder Kornnattern fehlen auf kaum einer Terraristikbörse.

 

Der Gedanke, dass die beiden Tanreks auf den Fotos eine neue Mutation zeigen, ist also nicht ganz abwegig.
Die ungewöhnliche Farbverteilung über das Stachelkleid lässt jedoch Zweifel aufkommen. Wahrscheinlicher ist, dass die Tiere das rote Pigment nicht selbst gebildet haben, sondern aufgenommene rote Farbstoffe sich im Stachelkleid eingelagert haben. Bekannt für dieses Phänomen sind vor allem Flamingos, deren rosa Färbung von eine ihrer Hauptnahrungsquellen, roten Algen, her rührt. In Gefangenschaft werden dem Futter Carotinoide hinzugefügt, da die Vögel sonst weiß bleiben würden.

Und Carotinoide sind es auch, die in einigen Katzenfutter-Sorten zu finden sind. Im Fell weißer Katzen scheint es sich kaum einzulagern. Bei hellen Tanreks und Albino-Weißbauchigeln offensichtlich schon.

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Zuchtstandard für Degus

Die Deguzucht boomt. Da Degus in vielerlei Hinsicht sehr gute Heimtiere abgeben und in den letzten Jahren einige sehr interessante Farbvarianten aufgetaucht sind, hat sich in letzter Zeit eine immer größer werdende Züchter_innen-Szene entwickelt.

 

Bislang sieht es für Außenstehende noch danach aus, als seien die Zuchten voneinander getrennt und würden wenig kooperieren. Die Sicherung eines gesunden und qualitativ hochwertigen Bestands in Deutschland und Europa machen mittelfristig den Zusammenschluss zu einem Zuchtverein und das Abhalten von Zuchtschauen unabdingbar.

Hier werden dann auch Zuchtordnungen und Zuchtstandards vonnöten sein. Zum einen ermöglicht eine Zuchtordnung standardisierte Zuchtpraxis und Qualitätssicherung bei den Züchter_innen und hilft Neulingen, sich in diesem Feld zurechtzufinden. Zum anderen kann ein guter Zuchtstandard den Züchter_innen als wertvolle Handreichung dienen, ein verfolgenswertes Zuchtziel zu formulieren. Auf einer Zuchtschau kann die Beurteilung eines_einer Richter_in dann auch hilfreiche Hinweise geben, wie dieses Zuchtziel zu erreichen ist und den Zuchtstand insgesamt einschätzen bzw. rückspiegeln.


Um einen Anfang zu machen, habe ich unter Betrachtung dreier Standards für Campbell-Zwerghamster, Mongolische Rennmäuse und Chinchillas sowie einem englischen Degu-Standard einen ersten Vorschlag entwickelt, wie ein vereinfachter deutschsprachiger Zuchtstandard für Degus aussehen könnte.

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Keimfutter und Keimproben

Aufgrund seiner guten ernährungsphysiologischen Eigenschaften wird Keimfutter, also frisch gekeimte Samen, nicht mehr nur in der Vogelhaltung, sondern zunehmend für Nagetiere empfohlen.
Ebenso findet man immer wieder den Hinweis, dass sich die Qualität von Futterbestandteilen daran beurteilen lasse, ob Saaten und Kerne nach dem Aufquellen mit Wasser noch einen Keim ausbilden. Samen, die diese sogenannte Keimprobe nicht bestehen, lassen darauf schließen, dass sie falsch oder zu lange gelagert wurden, worunter Nährwerte und Qualität leiden.

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Misserfolg bei der Zucht von Zwergstachelmäusen

Im vergangenen Jahr habe ich zwei Zwergstachelmäuse (Acomys spinosissimus) erhalten. Die Nachzucht dieser Art gelingt bei den einen besser und bei anderen schlechter. Mit der Übernahme eines offenbar bereits eingespielten Paares, bestanden gute Chancen auf eine erfolgreiche Nachzucht und den Aufbau eines kleinen Zuchtstammes.
Trotz intensiver Bemühungen ist es leider nicht gelungen, eine stabile Population aufzubauen. Immer wieder sind Tiere gestorben. Interessanterweise stets am gleichen kritischen Punkt ihres Lebens.
Da die Haltung und Zucht von Tieren nicht nur aus Sonnentagen besteht und man selten die weniger schönen Geschichten liest, habe ich mich entschlossen, das Scheitern meiner spinosissimus-Zucht zu dokumentieren.

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Small animals, small farms

Während in Europa größtenteils Huftiere und Geflügel als Nutztiere gehalten werden und Kleinsäuger nur vereinzelt zur Fleisch- oder Pelzproduktion bzw. als Versuchstiere gezüchtet werden, sind sieht Fall woanders oftmals genau umgekehrt aus.
Vor kurzem habe ich einen interessanten Text über microlivestock gefunden. In einigen Regionen der Erde ist die Produktion tierischen Proteins mit den als klassisch betrachteten Nutztierarten nicht möglich. Große Teile der Bevölkerung haben nur kleine Landflächen zur Bewirtschaftung zur Verfügung. Somit wird je nach Region auf die Zucht und Nutzung kleinerer einheimischer Tierarten ausgewichen, die sich auch auf kleinem Raum halten lassen. Die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten sind sehr niedrig, sodass der Produktionsgewinn hoch ist. Durch die hohe Reproduktionsrate und die kurze Aufzuchtszeit kann jeweils innerhalb einer kurzen Periode Geld gewonnen werden. Die Selbstversorgung mit der Möglichkeit zum Verkauf von Überschuss hat somit insbesondere für arme und ärmste gesellschaftliche Gruppen wirtschaftliche und soziale Vorteile.

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Geschlechtsunterscheidung bei Cururos

Bei meinem ersten Cururo-Wurf war ich bezüglich der Geschlechtsbestimmung noch sehr unsicher. Bei einem Besuch in einer Kleintierpraxis haben zwei sehr interessierte Tierärzte und ich gemeinsam versucht, bei vier Jungtieren die Geschlechter zu bestimmen. Vereinzelt war es eher eine demokratische Abstimmung als eine Bestimmung.
Das Sexing von jungen Cururos ist keine leichte Aufgabe, aber dennoch zu schaffen. Hat man genug Jungtiere gesehen, fällt es immer leichter. Dieser Artikel soll eine kleine Hilfestellung geben.

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Mehlwürmer und Zophobas

Bemessen an ihren durchschnittlichen Nährwerten sind die Larven von Mehlkäfer (Tenebrio molitor) und Großem Schwarzkäfer (Zophobas morio) nicht gerade die besten Futterinsekten. Jedoch lassen sich gerade Mehlwürmer um einiges einfacher züchten als Heuschrecken, Grillen und sogar Schaben. Füttert man neben anderen Insekten ohnehin regelmäßig Mehlwürmer, lohnt sich eine Zucht oftmals schon im kleinsten Rahmen, sodass man kaum noch dazu kaufen muss.
Bei Zophobas hat sich die Zucht jedoch als nicht so einfach herausgestellt. Während Mehlkäferlarven auch sehr trocken gehalten werden können, brauchen Große Schwarzkäfer zur Vermehrung ausreichend Feuchtigkeit.

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Zimmerpflanzen als Futterpflanzen

Noch vor 15 Jahren war es etwas besonderes, wenn man seinen Nagetieren täglich Frischfutter gegeben hat. Die Futtermittelindustrie hat mit der Verbreitung von "Alleinfutter" für Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster suggeriert, dass nichts anderes zugefüttert werden muss, solange die Tiere nur viel von ihrem Fertigfutter bekommen.
Mittlerweile hat sich dies geändert: Halter_innen machen sich mehr Gedanken über das was ihre Tiere brauchen und wollen. Kleinsäuger erhalten nun nicht mehr nur Kartoffelschalen und sonstige Küchenabfälle, es wird eigens Frischfutter nur für sie eingekauft. Auch die Dogmen rund um Durchfall und Blähungen von zu viel oder als bedenklich verrufenem Frischfutter werden langsam überwunden. Experimentierfreudige Halter_innen teilen ihre Erfahrungen und ermuntern andere, ihren Heimtieren ebenfalls Abwechslung von Karotten und Äpfeln zu bieten.
Ebenso lässt sich die feststellen, dass die Fütterung immer mehr an die Ernährung im natürlichen Lebensraum angepasst wird. Seit Jahren wird so zum Beispiel für grabende Bodenbewohner unter den Nagetieren vor allem Wurzelgemüse empfohlen. Darüber hinaus zeigten Beobachtungen von Rennmäusen, Cururos und Hamstern, dass diese auch grüne Bestandteile von Gräsern und Kräutern zu sich nehmen. Ausgehend von der Kaninchenhalter-Community finden sich auch unter den Liebhaber_innen von Meerschweinchen, Degus und anderer herbivorer/folivorer Kleinsäuger immer mehr Menschen, die "Wiese" als Nahrungsmittel verwenden und täglich Gräser, Kräuter und frische Zweige sammeln. Insbesondere bei Tieren mit nachwachsenden Zähnen und einer ausgesprochenen Anpassung an das Zermahlen von Halmen und Blättern ist diese Art und Weise der Ernährung vor allem auch vorbeugend gegenüber Gebisserkrankungen durch fehlenden/falschen Abrieb, wie sie bei Chinchillas, Degus und Kaninchen regelmäßig beobachtet werden.

Auch wenn das tägliche Füttern von "Wiese" für herbivore Tiere aktuell wahrscheinlich gerade der Frischfuttertrend schlechthin ist und sehr viele Vorteile für Mensch und Tier bietet, ist es insbesondere in einem städtischen Umfeld, in Trockenperioden oder im Winter nicht einfach, täglich frisch eine vielseitige Sammlung von Gräsern und Kräutern anzubieten. Gut, dass hier letztendlich immer wieder auf Gemüse, Obst, Salate und Kräuter aus dem Handel zurückgegriffen werden kann.
Dennoch gibt es eine weitere Alternative, die sich sehr einfach im Garten oder auf dem Balkon oder sogar auf dem Fensterbrett realisieren lässt: Der Eigenanbau von Futterpflanzen. Neben dem einfachen Aussäen von Körnern aus dem Trockenfutter oder dem Kauf von Katzengras und anderen Futterpflanzen aus dem Zoofachhandel stellen auch einige als Zimmerpflanzen gebräuchliche Sorten eine gute Frischfutterquelle dar. Hiervon sind einige sehr wuchsfreudig und leicht zu kultivieren, sodass sie als Futterpflanzen auf dem Fensterbrett wunderbare Dienste leisten:

 

Grünlilie (Chlorophytum comosum)

Zyperngras (Cyperus spec.)
Schönpolster/Kalisie (Callisia repens)

Zebra-Ampelkraut (Tradescantia zebrina)

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Ungewöhnlich großer Monodelphis-Wurf

Vor einiger Zeit hat mir ein Freund erzählt, dass eines seiner Zwergopossums (Monodelphis domestica) einen Wurf mit elf Jungtieren hat. Auch wenn es für Beutelratten (Didelphidae) allgemein relativ üblich ist, viele Junge zu bekommen, so kommt es jedoch speziell bei Monodelphis selten vor, dass tatsächlich zehn oder mehr Jungtiere es in den rudimentären Beutel schaffen oder gar bis zur Entwöhnung aufgezogen werden.

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Wildform vs. Standard

Die NKV (Nederlandse Knaagdieren Vereinigung) hat vor kurzem einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, der ein Thema aufgreift, das nicht nur Goldhamsterzüchter_innen beschäftigen dürfte:

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Ein Hornissennest

Obwohl mein Artikel über die Homozygot-letale Scheckung bei Degus von nur wenigen Menschen gelesen wurde, hat er doch innerhalb der Zuchtszene heftige Reaktionen ausgelöst. Bereits einen Tag nach Veröffentlichung habe ich Emails erhalten, in denen sich Züchterinnen, deren Daten ich ausgewertet habe, bei mir über den Artikel beschwerten.
Die Kritik fand auf mehreren Ebenen statt. Zum einen wurde mir vorgeworfen, mich gegenüber den Züchter_innen falsch verhalten zu haben, da ich nicht um Erlaubnis gefragt habe, die Daten auszuwerten und sie als Quellen zu nennen. Zum anderen wurde die Wissenschaftlichkeit und Validität der Statistik in Frage gestellt, da sie auf Daten 'aus dem Internet' basiert. Die Bemerkungen beider Züchterinnen lassen erahnen:

Die Ergebnisse anzunehmen würden ein Eingeständnis bedeuten, dass man die ganze Zeit unwissend gewesen ist und eventuell falsch gehandelt hat. 

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Gemeinsame Aufzucht bei Wüstenschläfern

Wüstenschläfer (Eliomys melanurus) sind zwar schon lange in der Heimtierhaltung bekannt, stehen jedoch schon immer im Schatten der eher verbreiteten Afrikanischen Zwergschläfer (Graphiurus). Dies kann auch mit der Größe der Tiere und dem entsprechenden Bedürfnissen an Platz und Ernährung zusammenhängen. Jedoch ist die niedrigere Vermehrungsrate der Wüstenschläfer ebenfalls ein Faktor, der die Tiere selten und oft auch vergleichsweise teuer bleiben lässt. In diesem Jahr ist mir zum ersten Mal die Nachzucht gelungen. Da es unterschiedliche Ansichten zur Aufzucht gibt, die entweder die Trennung der Elterntiere oder das Belassen des Männchens bei der Mutter empfehlen, will ich hier meine Erfahrungen diesbezüglich veröffentlichen. 

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Scheckung bei Degus ist homozygot letal

Im vergangenen Jahr habe ich einen Gencode für Degus vorgeschlagen und dort auch die bekannten Farb- und Zeichnungsmutationen kurz besprochen. Aufgrund einer nicht unbedingt breiten Datenlage zum Scheckungs-Gen bin ich in meiner Theorie fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sich der Weißanteil bei gescheckten Tieren danach richtet, ob die Scheckung homozygot (reinerbig) oder heterozygot (mischerbig) vorliegt. Demnach hätten die sogenannten Punktschecken mit geringem Weißanteil den Gencode W/w während sogenannte Superschecken mit sehr hohem Weißanteil den Gencode W/W haben müssten. Diese Theorie ist nicht richtig.

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Farbgenetik von Peromyscus

Foto: Katrin L.
Foto: Katrin L.

Seit einigen Jahren werden Küstenmäuse (Peromyscus polionotus) und Hirschmäuse (P. maniculatus) in Europa gehalten. Besonders in Deutschland und der Schweiz haben sich einige Züchter_innen gefunden, die über kurz oder lang nachziehen. Durch die Vermischung beider Arten sind die Farben, die zunächst bei P. polionotus bekannt waren nun auch bei Tieren zu finden, die eher an Hirschmäuse erinnern. Der Ursprung der meisten Mutationen ist aber ohnehin bei Hirschmäusen zu finden. Eine Übertragung von Farbschlägen von einer (Unter-)Art zur nächsten hat bei Peromyscus schon lange Tradition. Alle Spezies der Gattung haben 48 Chromosomen und lassen sich oft problemlos kreuzen.

Neben der Küstenmaus/Weißfußmaus und der Hirschmaus wird zudem noch die Kaktusmaus (P. eremicus) in Europa gehalten. Diese wurde noch nicht mit den anderen Arten vermischt und weist auch keine Mutationen auf.

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Artgesellschaft Akazienratte und Streifenmaus

Während sich in anderen Bereichen der Tierhaltung viel tut, was Gemeinschaftshaltungen verschiedener Tierarten angeht, ist dieses Thema bei Kleinsäugern nur wenig betrachtet worden. Diese Tiergruppe ist diesbezüglich oft auch heikel: Als potenzielles Beutetier bedeuten andere Tierarten oft Stress, auf der anderen Seite leben einige Kleinsäuger teilweise auch  räuberisch und schrecken selbst vor größeren Tieren nicht zurück. Zoologische Gärten nutzen kleine Säugetiere häufig als belebenden Neben- oder Unterbesatz für Gehege mit großen Säugetieren oder Vogelvolieren. Die Kombination von Meerschweinchenverwandten mit Papageien oder Affen ist sehr häufig zu finden. Ebenso Maras oder Wasserschweine mit südamerikanischen Großtieren.
Insbesondere für die Heimtierhaltung gibt es nur wenige Beispiele von mehrfach erprobten Gemeinschaftshaltungen von Kleinsäugern. Am häufigsten trifft man sicherlich auf die Kombinationen Kaninchen/Meerschweinchen oder Vielzitzenmaus/Farbmaus. Natürlich gibt es auch Artgesellschaften, die aus verschiedenen Gründen (Aggression, Ernährung, Lebensweise) nicht funktionieren können. Dennoch zeigen auch Freilandbeobachtungen, dass verschiedene Kleinsäugerarten friedlich eng zusammen leben. Nicht zuletzt liefert das Miteinander verschiedener Tierarten auch in der Heimtierhaltung neue Anreize für die Tiere.
Da nur wenige Versuche - ob geglückt oder misslungen - überhaupt veröffentlicht werden, soll in diesem Blog nun eine Sammlung gestartet werden. Auch um die Wiederholung von bereits gescheiterten Experimenten zu verhindern.

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Historie der Zwerghamstermutationen

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Wilde Cururos sind tagaktiv

Immer wieder finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben zu den Aktivitätsphasen von Cururos (Spalacopus cyanus). An manchen Stellen werden sie als vorwiegend tagaktiv beschrieben, an anderen wiederum als rein nachtaktiv. Oft wird auch davon ausgegangen, dass bedingt durch die unterirdische Lebensweise überhaupt kein Zusammenhang besteht zwischen Tageszeit und Aktivitätsphasen. Immerhin ist bei streng subterrestrischer Lebensweise eine Synchronisierung der Aktivitätsphasen mit den Licht-Dunkel-Phasen an der Erdoberfläche schwer vorstellbar.  Urrejola et al. haben in einer 2005 veröffentlichten Studie wildlebende Cururos besendert und über drei Tage stündlich telemetriert, um somit die Aktivitätsphasen der untersuchten Tiere genau festhalten.

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Wurfgrößen bei Dsungarischen Zwerghamstern

Nachdem ich in dieser Woche eine Analyse der Wurfgrößen beim Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli) veröffentlicht habe, soll hier nun auch eine Statistik zum europäischen Bestand von Dsungarischen Zwerghamstern (Ph. sungorus) folgen. Untersucht wurden sechs Zuchtwebseiten, die ihre Würfe dokumentieren. Dies war das einzige Auswahlkriterium.

 

Bevor die aktuellen Ergebnisse diskutiert werden sollen, liefert ein Blick in die Literatur bereits einige interessante Informationen. Meyer (1967) gibt die durchschnittliche Zahl an Embryos mit 6,4 an. Es sei darauf hingewiesen, dass die Zahl der Embryos durchschnittlich höher ist als die Zahl der geborenen Neonaten bzw. die Zahl der erfolgreich bis zur Entwöhnung gebrachten Jungtiere: Ross zitiert eine Studie nach der im Mittel (mean) 4,3 Junge geboren und 3,4 erfolgreich aufgezogen werden. In einer Untersuchung von Lerchl (1995) wurde bei 2113 Würfe eine mittlere (mean) Zahl von 6 Jungen pro Wurf verzeichnet. Die durchschnittliche Wurfgröße war beim zweiten Wurf höher als beim ersten und beim dritten Wurf mit 6,8 am höchsten.
Interessant ist ebenso der Faktor gemeinsame Aufzucht: Ross zitiert eine Forschungsarbeit nach der sich die mittlere  (mean) Wurfgröße unterschied, je nach dem ob ein Vatertier anwesend (5) oder abwesend (5,3) war.

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Wurfgrößen bei Campbell-Zwerghamstern

Foto: Claudia Ziegert | clamazi.de
Foto: Claudia Ziegert | clamazi.de

In der Vergangenheit habe ich, basierend auf meinen eigenen Erfahrungen, für Cambell-Zwerghamster immer eine durchschnittliche Wurfgröße von 4 - 6 angegeben. Zwar konnten auch regelmäßig mehr oder weniger Jungtiere pro Wurf dokumentiert werden, jedoch hielt sich in all den Jahren die Wurfgröße immer im Bereich zwischen 1 und 9 auf. Nie kam ein Wurf mit mehr als neun Jungtieren vor. 

Dann bekam ich in der letzte Woche eine Mail, in der von einem Wurf mit 10 Jungtieren berichtet wurde. Dies war wohl selbst für die Absenderin verblüffend. Eine kurze Umfrage bei anderen Campbell-Züchter_innen zeigte: das Maximum von neun Jungtieren wird so gut wie nie überschritten. Ein Wurf mit zehn Jungtieren ist eine absolute Besonderheit. Dennoch gab es Diskrepanzen, was die berichteten Beobachtungen angeht. Deshalb ist es interessant, sich näher mit der Analyse von Wurfgrößen zu beschäftigen. 

Die Literatur liefert zu der Frage einige Angaben. Laut Wynne-Edwards et al. (1987) wandern bei der Ovulation meist 5 - 8 Eizellen in die Gebärmutter. In seiner Monografie nennt Flint (1966) die Zahl 8 - 9 für Dsungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus sungorus und Ph. s. campbelli). Gewonnen ist diese Information aus der Zählung von Embryonen bzw. Uterusnarben bei wild gefangenen Tieren. Er verweist bereits darauf, dass diese Zahlen kein Hinweis auf die tatsächlich geborenen Neonaten oder gar die aufgezogenen Jungtiere ist (S. 43f).
Meyer (1967) nennt für wild gefangene Tiere in Transbaikalien einen Durchschnitt von 8,2 Jungtieren pro Wurf. Pogosianz (1975) nennt eine Spannweite von 1 bis 9 Jungen bei Tieren in Laborhaltung.

Für eine aktuelle Erhebung des Bestandes in Europa, habe ich mir Webseiten von 12 Züchter_innen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich angesehen, die ihre Würfe dokumentieren. Die Auswahl der Zuchtseiten verlief ausschließlich nach diesem Kriterium. Es ist davon auszugehen, dass die veröffentlichten Angaben ausschließlich die lebend geborenen Jungtiere dokumentieren, die bei einer Nestkontrolle gezählt werden konnten. Wann die Züchter_innen diese Zählung durchgeführt haben und inwiefern sich diese Zahl mit der tatsächlichen Anzahl der Neonaten kurz nach der Geburt deckt, kann nicht beantwortet werden.

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Untersuchung zu Reproduktion und Entwicklung von Cururos

Die erste Untersuchung zur Reproduktionsbiologie und Entwicklung des Cururos (Spalacopus cyanus) wurden von Begall, Burda und Gallardo 1999 mit einer Feldstudie und der Untersuchung von Tieren in Gefangenschaft durchgeführt.

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Black Degus

// english summary below //

In der Labor- und Heimtierzucht kommt es immer wieder zu spontanen Farbmutationen, die je nach Tierart in größerem oder überschaubarem Umfang das allgemeine Interesse von Halter_innen und Züchter_innen erregen.
Bei den Degus haben sich seit Ende der 1990er Jahre mit der Blauaufhellung, der Scheckung und der Rotmutation drei Farbgene etabliert, welche durch Kombinationen untereinander besonders in letzter Zeit eine stets buntere Palette an Degus hervorbringen.
Es war also nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Mutation auftaucht und die Degu-Fans ins Taumeln bringt. Gerüchte über schwarze Degus die irgendwo in den USA, Tschechien oder den Niederlanden (gewesen) sein sollen, tauchten regelmäßig auf, haben sich aber nie vollständig bestätigt. Dann kam eine neue Meldung: Im Herbst 2014 soll jemand in einem französischen Zoohandel einen schwarzen Degu gekauft haben.
Die Bestätigung kam dann im Februar 2015 mit einem Foto. Ein vollkommen schwarzes Tier mit etwas lädiertem Schwanz soll der erste schwarze Degu auf der Welt sein.

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Futtertiere züchten

Bei der Haltung von omnivoren oder insectivoren Heimtieren ist es ratsam bis unabdingbar auch lebende Insekten als Futter anzubieten. Diese sind mittlerweile relativ einfach in Zoofachgeschäften oder bei Onlinehändler_innen zu erhalten. Dennoch kommt gerade bei der Haltung mehrerer Tiere und somit einem größeren Bedarf an Insekten relativ bald der Gedanke, dass sich eine eigene Zucht lohnen könnte. Eine eigene Futterzucht die sich selbst erhält und genügend Überschuss zum Verfüttern hervorbringt, ist jedoch ein Projekt, das kaum einfach mal so nebenbei praktiziert werden kann. Die häufig im Handel angebotenen Heimchen, Grillen und Heuschrecken haben hohe Haltungsansprüche. Die Zucht ist nur unter optimalen Bedingungen zu bewerkstelligen.
Viel einfacher zu halten und zu züchten sind dagegen Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers. Sie entwickeln sich schnell und die Zucht mit herausragend geringem zeitlichen Aufwand auf wenig Raum zu gewährleisten. Der Nachteil ist, dass das Verhältnis von Protein zu Fett bei Mehlwürmern nicht annähernd an die Nährwerte der vorher genannten Arten heran kommen. Hinzu kommt, dass der Chitinpanzer einen großen Teil des Tieres aus macht.

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Agility, Clicker-Training und mehr für Kleinsäuger

Die Beschäftigung von Heimtieren ist wichtiger Bestandteil einer tiergerechten Haltung. Neben vielen Spiel- und Trimmgeräten die bereits seit einigen Jahrzehnten im Zoofachhandel zu finden sind, können auch sehr simple und günstige Gegenstände wie Kartons zum Zernagen, ein Topf voll Erde oder ein Berg getrockentes Laub als Beschäftigung dienen. Auch der gesicherte Freilauf außerhalb des Käfigs ist für das Wohlbefinden mancher Tierarten förderlich.

Einige Halter_innen gehen bei der Beschäftigung ihrer Tiere neue Wege. Bereits seit einigen Jahren gibt es organisiertes Kanin-Hop - eine Art Agility für Kaninchen - und auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten die man eigentlich von Hunden kennt, werden auf Kleinsäuger angewandt.


Die nachfolgende Videosammlung soll einen Hinweis darauf geben, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, Tiere ihren artgemäßen Verhaltensweisen entsprechend zu beschäftigen. Es sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht überfordert werden, was die Leistungsansprüche angeht. Das geforderte Verhalten sollte immer ein ohnehin natürlicherweise gezeigtes Verhalten sein.

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Fachbeiträge zu Kleinsäugern

Dissertationen, Diplomarbeiten, Fachartikel

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Degu-Farbgenetik

Die Farbschläge und Genetik bei Degus ist oft verwirrend. Foto: J. Skrzypczak
Die Farbschläge und Genetik bei Degus ist oft verwirrend. Foto: J. Skrzypczak

Degus (Octodon degus) haben in Europa einen wahren Siegeszug hinter sich gebracht. Als ich Anfang der 00er Jahre meine ersten Tiere erhalten habe, waren Sonderfarben kaum verbreitet bzw. noch vollkommen unbekannt. Mittlerweile hat sich durch entsprechende Mutationen eine kleine Palette von Farbschlägen etabliert. Ebenso kommen immer wieder neue Mutationen hinzu, welche mit den bestehenden Farben kombiniert werden können. Aufgrund der relativ dürftigen Quellenlage zu verschiedenen Farbformen, deren Vererbung und Hintergrund habe ich mich entschlossen, die drei derzeit etablierten Farb- und Zeichnungsmutationen sowie deren Kombinationen vorzustellen und einen genetischen Code für den Degu vorzuschlagen.
Grundlage für diese Benennung sind Parallelen zu Farbschlägen und Mutationen bei anderen Nagetieren. Wie die kuriose Namenswahl für Farbvariationen bei Zwerghamstern und teilweise Goldhamstern sowie die damit verbundene Verwirrung unter Nagetierzüchter_innen zeigt, ist eine artübergreifend vereinheitlichte Nomenklatur für analoge Genmutationen anzustreben.

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Suchhilfe: Rodentia-Artikel

Seit Jahren abonniere ich das Kleinsäuger-Fachmagazin RODENTIA und archiviere auch alle Ausgaben, um zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Artikel nachzulesen.
Da bei mittlerweile 90 Ausgaben der Überblick verloren geht, habe ich eine Liste von Tierarten und erschienenen Artikeln aus der Rodentia angelegt. Hinzu kommen jeweils eine Rubrik mit allgemein interessanten Artikeln und zur Fellgenetik.
Diese Liste ist nicht vollständig. Gängige Heimtierarten und solche über die fast in jeder Ausgabe berichtet wird, habe ich nicht in die Auflistung aufgenommen.

 

Die Reihenfolge orientiert sich an der aktuellen zoologischen Systematik (Stand: 08/2014). Durchsuchen geht wohl am besten mit Strg+F

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Kleinsäuger-Literatur

Die Informationsfülle zur Haltung und Zucht von Nagetieren ist durch das Internet nie so reichhaltig gewesen wie heute.
Die Recherche zur optimalen Luftfeuchtigkeit für Graumulle (Fukomys), die Vererbung von weißen Schwanzspitzen bei Afrikanischen Zwergschläfern oder dem besten Futter für Zwerghamster lassen sich online in veröffentlichten Dissertationen, facebook-Gruppen, Foren, privaten Züchter-Webseiten oder in Videos auf youtube klären.

Da das Internet jedoch kurzlebig ist und gute Webseiten von heute auf morgen verschwinden können und man bei der Flut an Informationen oftmals die richtigen und falschen Quellen kaum unterscheiden kann, ist es oft ratsam auf Bücher zurückzufgreifen. Neue Bücher sind meist auf dem aktuellsten Stand der Forschung, alte Bücher wissen oft fast vergessene Dinge, die das Internet noch nicht weiß. Es empfiehlt sich immer, kritisch zu lesen und verschiedene Autor_innen zu vergleichen.

Die vorliegende Liste wird ständig erweitert.

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Neue gesetzliche Mindestanforderungen

Nach langer Bearbeitungszeit hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das neue Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren nun endlich veröffentlicht. Dieses neue Gutachten löst die vorherige Version von 1996 ab und wartet direkt im Abschnitt I mit einer grundlegenden Änderung auf:

2. Der Anwendungsbereich dieses Gutachtens umfasst grundsätzlich die Haltung aller im Gutachten behandelten Säugetiere wildlebender Arten sowie in den Kapiteln benannte domestizierte Formen, insbesondere in privaten Haushalten. (BMEL 2014, S. 9)

 

Nachdem private Halter_innen, wie von mir noch vor einigen Jahren erklärt, in vielen Fällen keine gesetzlichen Mindestmaße einzuhalten hatten und einzig das Tierschutzgesetz als rechtliche Interpretationsgrundlage hatten, dient nun das neue Gutachten als Orientierungsgrundlage. Was heißt dies also für die Arten die häufig privat gehalten werden?

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Gescheckte Zwergschläfer

Afrikanische Zwergschläfer (Graphiurus) sind kleine nachtaktive Nagetiere und kommen in mehreren Arten auf dem afrikanischen Kontinent vor. Genauso wie die bei uns heimischen und artgeschützten Siebenschläfer (Glis glis), Baumschläfer (Dryomys nitedula), Gartenschläfer (Eliomys quercinus) und die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) gehören sie zur Familie der Bilche (Gliridae).
Schon seit einigen Jahren werden die Tiere in Europa und Asien als Heimtiere gehalten. Bedingt durch die erschwerte Artbestimmung und Vermischung von Importtieren aus unterschiedlichen Fanggebieten, ist davon auszugehen, dass es sich bei den Tieren im deutschsprachigen Raum um Mischlinge verschiedener Unterarten und Arten handelt. Die in Thailand gehaltenen Tiere unterscheiden sich maßgeblich von den hier erhältlichen Zwergschläfern, vor allem in Bezug auf Größe, Körperform und Verhalten.

Einen echten Zwergschläfer-Run gab es nie. Jedoch besteht durchgehend stabiles Interesse an Nachzuchten. Das niedliche Aussehen der Tiere, ihre einfache Haltung und die Möglichkeit einen kleinen Bilch bei sich zu halten, wird nur durch den Umstand getrübt, dass die streng nachtaktiven Tiere sehr scheu sind und sich kaum sehen lassen. Zudem verursacht die Ernährung mit Früchten und proteinreichen Futtermitteln eine relative Geruchsbelastung.

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Trockenfutter für Cururos

Die Informationen zur Fütterung von Cururos (Spalacopus cyanus) sind bislang sehr spärlich. Zwar ist klar, dass die tägliche Fütterung auch aus Frischfutter bestehen sollte weil die Tiere nicht trinken sondern Wasser nur über Frischfutter aufnehmen, jedoch werden nur wenige Sorten empfohlen und kaum experimentiert. Eine umfassende Liste von Frischfuttersorten habe ich vor kurzem online gestellt.

Auch was das Trockenfutter angeht, bleiben Empfehlungen relativ vage. Während aus Laborberichten nur hervorgeht, dass Heu und "Müsli" (Begall 1999) gegeben wird, empfiehlt Weber (2008) neben Heu vor allem Chinchillapellets, Meerschweinchenfutter und Haferflocken. Beerbalk (1998) ergänzt Meerschweinchenfutter mit Erdnüssen und hartem Brot.
Meine Mischung basiert auf denn vorhandenen Daten, ist um einige Bestandteile erweitert und soll andere Halter_innen animieren, selbst auch auszuprobieren und den Tieren die Möglichkeit zur Nahrungsselektion zu bieten.

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Campbell-Zwerghamster in Artgesellschaft

Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli) teilen sich ihr großes Verbreitungsgebiet von China über die Mongolei bis nach Russland mit vielen anderen Tierarten, darunter auch viele kleine Nagetiere. Eine friedliche Koexistenz zwischen Tierarten, die den gleichen Lebensraum bewohnen, aber in keinem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen ist nichts ungewöhnliches. So gibt es in Gebieten in denen sowohl Campbell-Zwerghamster als auch Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii) leben, keine Auseinandersetzungen zwischen den Arten, da sich ihre Ernährung grundlegend unterscheidet und beide somit auch bei der Futtersuche keinen Druck aufeinander ausüben. 
Bemerkenswerter ist hier eher, dass es Berichte gibt, nach denen Campbell-Zwerghamster selten selbst Baue anlegen und lieber verlassene oder auch bewohnte Bauten von anderen Tierarten nutzen. Ähnlich wie in unseren Breiten Waldmäuse (Apodemus sylvaticus) und Gelbhalsmäuse (Apodemus flavicollis) die Gangsysteme von Rötelmäusen (Myodes glareolus) (mit)nutzen, gibt es auch Berichte davon, dass Campbell-Zwerghamster die Baue von Mongolischen Rennmäusen (Meriones unguiculatus), Pfeifhasen (Ochotona) oder Steppenwühlmäusen (Lasiopodomys brandtii) bewohnen. Aus den dürftigen Quellen ist jedoch nur zu entnehmen, dass die Arten friedlich und ohne Interaktion koexistieren. Es ist davon auszugehen, dass Campbell-Zwerghamster Trakte eines Gangsystems nutzen, die von den ursprünglichen Erbauern nicht mehr gebraucht werden.

Dennoch bringen gerade solche Beobachtungen und auch die Erfahrungen bei anderen Tierarten Halter_innen auf die Idee, Artgesellschaften im heimischen Terrarium auszuprobieren. Gerade bei verschiedenen Mäusearten wurde schon viel experimentiert (Artikel hierzu) und auch Vorzüge einer Vergesellschaftungen wurden in Zoo und Heimtierhaltung festgestellt. Der Gedanke, Zwerghamster mit anderen Arten zu vergesellschaften, liegt also gar nicht so fern.

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Nachbarn IV: Daurischer Pfeifhase

Der Daurische Pfeifhase (Ochotona dauurica) bewohnt genauso wie der Campbell-Zwerghamster die Steppen in Südostrussland, der Mongolei und Nordchina. Er erreicht eine Körpergröße von 14 bis 22 cm. Die Ohren sind, für Hasen eher untypisch, nur etwa 3 cm lang.

Pfeifhasen sind reine Pflanzenfresser. In erster Linie ernähren sie sich von vegetativen Pflanzenteilen. Ähnlich wie Murmeltiere legen sie für den Winter große Vorräte an Gräsern und Kräutern an. Nach einer relativ kurzen Tragzeit von 19-22 Tagen gebiert das Weibchen durchschnittlich 2-4 Jungtiere, welche schon nach wenigen Wochen selbst geschlechtsreif werden.
Nach dem Bericht von A. S. Lukaschkin (1940) leben die eher grabfaulen Campbell-Zwerghamster häufig in verlassenen Bauen von Daurischen und Mandschurischen Pfeifhasen (O. mantchurica). Es gibt auch Berichte, nach denen Pfeifhasen und Zwerghamster Gangsysteme gemeinsam bewohnen .

 

Der Daurische Pfeifhase ist nicht bedroht und wird in manchen Teilen seines Verbreitungsgebietes sogar als Schädling angesehen.

Bis 2005 war es noch möglich, diese Nachbarn unserer Campbell-Zwerghamster im Naturschutz-Tierpark Görlitz zu beobachten, ebenso soll der Tierpark Bad Liebenstein die Art bis wahrscheinlich 2006 gehalten haben. Leider ist mir heute kein_e Halter_in mehr bekannt.

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Tote Heimtiere entsorgen

Foto: Dave Parker
Foto: Dave Parker

Tierhaltung endet in den meisten Fällen mit dem Tod des Hausgenossen. Oft ist man erst unmittelbar in diesem Moment mit der Frage konfrontiert, was anschließend mit dem Tierkörper geschehen soll.
Pflegt man nur sehr wenige Tiere und hat eine entsprechende Verbindung zu ihnen aufgebaut, besteht meistens der Wille, verstorbene Hamster, Kaninchen oder Meerschweinchen entsprechend zu beerdigen. Jedoch hat nicht jede_r einen Garten und Grabstellen auf den wenigen Tierfriedhöfen sowie die Dienstleistungen von Tierkrematorien sind teuer.

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Farbgruppen

Passen Chocolate (a/a b/b) und Dove (a/a p/p) zusammen?
Passen Chocolate (a/a b/b) und Dove (a/a p/p) zusammen?

Angesichts der großen Auswahl an mittlerweile etablierten Farbschlägen bei vielen domestizierten Kleinsäugern ist es schwer, sich bei der Farbzucht auf eine einzige Farbe festzulegen. Verständlicherweise freuen sich die meisten Züchter_innen über etwas buntere Würfe und Abwechslung in den Zuchtkäfigen. Ich selbst kenne auch niemanden, der_die sich auf eine einzige Farbe festgelegt hat, sofern es bei der betreffenden Tierart mehrere Mutationen gibt.

Dennoch: Wenn man nicht mehrere voneinander getrennte Linien aufbauen will, sollte man beim Aufbau eines Zuchtstamms nicht nur die Lieblingsfarben wählen, sondern sich auf jene beschränken, die auch zueinander passen.
Im Folgenden finden sich Hinweise, wie eine gute Farbgruppe aussieht und woran man dies festmachen kann.

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Bericht über Cucurritos von 1859

Anbei eine Beschreibung des Cururos eines Professors der Universität Halle Christoph Gottfried Giebel über die Gattung Spalacopus.

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Exoten-Verbot: Was ist "exotisch"?

Die derzeitigen noch schwammige Forderungen nach einem privaten Haltungsverbot "exotischer" Tiere in Deutschland zeigen genauso wie die knallharten Listen aus Belgien und den Niederlanden, dass sich jeweils Inkompetenz, Polemik und Symbolpolitik vereinen.

 

Niemandem erschließt sich, wie es dazu kommen kann, dass Goldhamster in den Niederlanden uneingeschränkt, Campbell-Zwerghamster nur noch unter Auflagen und Dsungarische Zwerghamster künftig gar nicht mehr gehalten werden dürfen. Jede_r kann sich denken, dass ein Edelpelztier wie der Amerikanische Nerz, dessen Haltung bedingt durch seine ans Wasser gebundene Lebensweise relativ kompliziert, aber dessen wirtschaftlicher Nutzen sehr hoch ist, dank der Pelzlobby keinen Auflagen unterliegt, das über 2000 Jahre domestizierte Frettchen es jedoch dank seiner eher minderwertigen Fellqualität nur noch in die Gruppe der durch Auflagen beschränkten Tierarten gebracht hat.

Es ist fraglich, ob das im Sinne der Initiator_innen sein kann. Geliebte Heimtiere verbieten, während die ausbeuterische, tierquälerische und für die bonzige Luxusgesellschaft billig gehaltene Pelzproduktion unangetastet bleibt.

 

Werden in Deutschland wie derzeit gefordert "exotische" Haustiere verboten, stehen wir vor der Frage was exotisch ist was was nicht.

Meerschweinchen kommen aus Südamerika, die bei uns gehaltenen Hamsterarten alle aus Asien. Hauskatzen stammen von der Nubischen Wildkatze ab und Wellensittiche kommen aus Australien. Da der Plan wohl kaum sein wird, nur noch einheimische Wildtiere zu domestizieren, müssen wir uns wohl unweigerlich auf die ausschließliche Haltung von Hauskaninchen einstellen.

Oder es wird jemanden geben, der auf ebenso willkürliche wie absurde Weise wie aktuell in Holland eine Trennlinie zieht, zwischen den "guten" und "schlechten" Arten, statt zwischen guten und schlechten Haltungen.

 

mehr:

 

http://ratfrett.wordpress.com/2013/06/20/realer-horror-positivlistennegativlisten/

http://ratfrett.jimdo.com/2013/06/20/wenn-verbote-da-sind-ist-es-zu-sp%C3%A4t/


http://exotische-kleinsäuger.de/36.html

http://www.facebook.com/groups/Gegen.ein.Haltungsverbot.Exotischer.Heimtiere/?fref=ts


http://www.forum-exotenhalter.de/

http://www.ms-verlag.de/

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Wenn Verbote da sind, ist es zu spät

 

In den Niederlanden gibt es als Reaktion auf die neue Positiv/Negativliste der Regierung seit einigen Tagen eine Petition welche sich dafür ausspricht, die am 19.06.2013 vorgestellte Liste zu erweitern und zu überarbeiten. 

An dieser Petition ist erkennbar, wie mühselig ein Kampf wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Eine Verbotsliste die bereits besteht, kann wohl nur noch durch einzelne Tierarten erweitert oder geringfügig verändert werden (Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung). 

Bei der Fülle an Tierarten die derzeit in den Niederlanden gehalten werden, ist es unwahrscheinlich, dass durch Petitionen jemals wieder die Freizügigkeit und vor allem Vielfalt erreicht wird, wie sie bislang bestand. Lobbygruppen gibt es höchstens für die Exoten unter den Nutztieren, wie etwa Rotfuchs, Amerikanischer Nerz oder Wasserbüffel (Mozzarella). Auch die niederländische Petition zielt eher auf Zwerghamster, Degus und Chinchillas ab. Alles Tiere, die teilweise seit Jahrzehnten in der Heimtierhaltung etabliert sind. Die Fortsetzung der bereits laufenden Domestikation (Haustierwerdung) von Streifenhörnchen, Weißbauchigeln, Stinktieren oder Sugar Glidern wird genauso verbaut wie der von Privatmenschen geleistete Beitrag zum Artenschutz und auch dem  Erhalt von Arten in europäischer Haltung, für die sich Zoos kaum interessieren. Hier sind besonders die artenreichen Gruppen der Nagetiere und Beuteltiere zu nennen, deren Planstellen und Zoologischen Gärten meist mit immer denselben Arten (Bennett-Känguru und Hausmeerschweinchen) besetzt werden, während die wahre Vielfalt dieser nur durch engagierte private Zuchten erhalten wird.

 

 

Wir dürfen es nicht soweit kommen lassen, dass Tierhaltung auf eine kurze und willkürliche Artenliste beschränkt wird. Gesetze zum Tierschutz und Artenschutz sollten engagierte Halter_innen und vor allem Züchter_innen fördern und die schwarzen Schafe besser besser kontrollieren. Das gilt für "exotische" Haustiere ebenso wie für etablierte Haustiere bei denen Haltungsverstöße, Tierquälerei und Ausbeutung an der Tagesordnung stehen, ohne dass jemand ein Verbot fordert.

Die Pläne, ein Verbot von exotischen Wildtieren in Privathand einzuführen, müssen gestoppt werden.

 

mehr:

 

http://ratfrett.wordpress.com/2013/06/20/realer-horror-positivlistennegativlisten/

http://ratfrett.jimdo.com/2013/06/20/wenn-verbote-da-sind-ist-es-zu-sp%C3%A4t/


http://ratfrett.jimdo.com/2013/06/21/exoten-verbot-was-ist-exotisch/


http://exotische-kleinsäuger.de/36.html

http://www.facebook.com/groups/Gegen.ein.Haltungsverbot.Exotischer.Heimtiere/?fref=ts


http://www.forum-exotenhalter.de/

http://www.ms-verlag.de/

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Realer Horror: Positivlisten/Negativlisten

Die Horrorvorstellung eines_einer jeden Tierhalter_in ist wohl ein Gesetz, das die Haltung einer geliebten Tierart verbietet. Über absurde Gesetze, die meist aus Staaten der USA kommen, kann man sich eventuell noch belustigen. Ist man jedoch eventuell selbst betroffen, ist der Spaß vorbei. Nachdem in Belgien schon 2009 eine Positivliste inkraft trat, die die private Haltung von 42 Säugetierarten und auch nur dieser Arten erlaubt, gibt es in den Niederlanden, dem Land das ebenso für seine Tierliebe als auch für seine Liberalität bekannt ist, eine Liste von Tierarten, die uneingeschränkt gehalten, nur mit Genehmigung gehalten und gar nicht mehr gehalten werden dürfen.
Nach dem aktuellen Stand dürfen in Holland Campbell-Zwerghamster künftig nur noch mit Ausnahmegenehmigung gehalten werden. Dsungarische Zwerghamster dagegen gar nicht mehr.

Auch in Deutschland fordern ganz vorne SPD und Grüne ein Haltungsverbot für "exotische Tiere" in Privathand. Nach einem Politikwechsel könnte es also passieren, dass bei uns ganz ähnliche Listen eingeführt werden, wenn wir nichts dagegen tun.
In der nächsten Zeit werde ich weiter berichten. Bitte verbreitet die Informationen die ihr erhaltet weiter und setzt euch für eine gute Tierhaltung ohne Verbotedafür ein! Es geht wirklich um etwas.

Anbei die bisherigen Listen aus Belgien und den Niederlanden für Säugetiere (Stand: 19.06.2013)

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Nachbarn III: Grauer Steppenlemming

Steppenlemming (Lagurus lagurus)
Steppenlemming (Lagurus lagurus)

Der Name "Lemming" löst schnell Assoziationen vom Disney-Märchen eines suizidalen Nagetiervolkes aus. Natürlich sind die Geschichten über die Lemminge größtenteils Quatsch, zudem ist der Steppenlemming (Lagurus lagurus) kein eigentlicher Lemming. Es handelt sich bei ihm eher um eine Wühlmaus und einer seiner nächsten Verwandten ist die bei uns vorkommende auch als "Wasserratte" bekannte Schermaus (Arvicola amphibius).

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Gencodes ermitteln

Was früher noch nur wenige Züchter_innen interessiert hat, wird nun selbst für Halter_innen, die keine wirklichen Zuchtambitionen haben, zu einer wichtigen Information: Der Gencode ihres Heimtieres.

Oft bekommt man diesen mit dem Stammbaum oder Herkunftsnachweis mitgeliefert. Wie jedoch kann man den Gencode eines Tieres ermitteln, wenn man ihn noch vorliegen hat?

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Krallen schneiden

Es ist stressig für beide Parteien. Der Hamster weiß nicht, was mit ihm passiert und will sich einfach nur aus dem Griff des Halters lösen, dieser hantiert mit der Krallenschere und hat die ganze Zeit Angst, daneben zu schneiden. Selbst in Internetforen, die auf alles eine Antwort haben findet man kaum hilfreiche Tipps zum Selbermachen und wird an den Tierarzt verwiesen. Keine Experimente! Wie also vorgehen, wenn man die Krallen selbst kürzen will?

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Beschäftigung von Cururos

Die Haltung von Cururos wird sehr standardisiert durchgeführt. In den Haltungsbeschreibungen finden sich immer wieder die gleichen Angaben: ein Aquarium bis obenhin mit Streu und Heu gefüllt. Jeden Tag Frischfutter, kein Wasser.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man nicht mehr für seine Tiere machen darf. Auch wenn die Hauptaktivität der Tiere das Graben zu sein scheint, ist ein strukturiertes Terrarium mit verschiedenen Materialien und Beschäftigungsmöglichkeiten eine echte Optimierung des Cururolebens.

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Auffressen von Artgenossen

Es kommt bei der Gruppenhaltung von kleinen Nagetieren wie Zwerghamstern oder verschiedenen Mäusearten immer wieder mal dazu, dass Tiere plötzlich sterben, ohne dass sich der bald eintretende Tod vorher sichtbar angekündigt hat. Für Halter_innen ist der Schreck beim Entdecken eines toten Heimtiers meist sehr groß. Das alles wird in vielen Fällen auch dadurch verschlimmert, dass die Artgenossen, die zuvor einträchtig mit dem Verstorbenen zusammengelebt haben, bereits kurze Zeit nach Eintreten des Todes beginnen, den Kadaver aufzufressen.
Dies zu beobachten, kann für einige Menschen ein fast schon traumatisches Erlebnis sein. Nicht selten wird neben Ekel und moralischen Anschauungen auch der Verdacht geäußert, das tote Tier wäre von den Gruppenmitgliedern getötet worden. Dies trifft in den allermeisten Fällen nicht zu. Ohne Zweifel kommen Auseinandersetzungen zwischen zwei Tieren vor, bei denen eines sterben kann. Jedoch deutet nicht jedes tote Tier, das von seinen Käfiggenossen teilweise oder vollständig gefressen wird, darauf hin, dass es von denselben auch getötet wurde.

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Tierspedition - Ärgerliche Odyssee

Ich versende seit Jahren Tiere mit einer Tierspedition, was lange Zeit auch vollkommen problemlos war. Man konnte selbst kurzfristig online eine Abholung veranlassen und die Tiere waren am Folgetag vor 12 Uhr am Ziel. Der Preis war immer OK und alle Tiere sind immer gesund angekommen.
Selbst Preisänderungen, welche Trasporte teilweise 30% teurer machten, wurden von den Vorteilen der Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit aufgewogen. Im letzten Jahr habe ich eine Spedition beauftragt, Cururos in einem Tiergarten abzuholen. Da im Online-Formular das Auswahlfenster "Tiergattung" keine Option "Cururos" beinhaltete, konnte ich die Tierart nicht angeben. Die Folge war, dass die Spedition meinen Auftrag einfach ignoriert hat und die Tiere versandfertig einen Tag länger auf den Transport warten mussten. Das war sehr ärgerlich, aber ich habe dieses Versagen als Ausnahme abgehakt.
Mittlerweile hat sich meine Ansicht jedoch geändert.

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Kontroverse über Artreinheit

Mastomys hybrid
Mastomys hybrid

Hybridisierte Tiere haben sich in der Heimtierhaltung über die Jahre immer weiter verbreitet. Nicht nur bei den sündhaft teuren Bengals und Savannah Cats teilen sich die Meinungen, auch unter Nagetieren sind Artmischlinge Gegenstand von Kontroversen. Während die einen monatelang nach geeigneten, wahrscheinlich artreinen Zuchttieren suchen, setzen andere bewusst Verpaarungen mit Individuen verschiedener Arten oder Unterarten an.

Es zeigt sich: Hybriden sind nicht nur bei Phodopus-Hamstern eine Realität mit der wir umgehen müssen. Dass Dogmatismus sowohl für die eine als auch für die andere Position nichts bringt, sollen die drei folgenden Beispiele zeigen. Je nach Einzelfall gibt es gute Gründe, alles daran zu setzen, artrein zu züchten aber auch ebenso gute Gründe, eine Mischung herbeizuführen.

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Frischfutter für Cururos

Da Cururos Flüssigkeit nur durch ihre Futterpflanzen aufnehmen, ist es wichtig, sie täglich mit Frischfutter zu versorgen. Hierzu sind sehr viele Futterpflanzen geeignet, die sich mehr oder weniger gut beschaffen lassen und mehr oder weniger gut angenommen werden. Zudem verderben manche Sorten schneller, was sich in einem Cururoterrarium in dem ständig alles durch die Wühltätigkeit der Tiere verschüttet wird, sehr schlecht auf die Hygiene auswirkt.

Deshalb bietet diese Liste nur eine Auswahl an selbst erprobten Frischfuttersorten, die von den Tieren gut angenommen werden und selbst für Stadtmenschen leicht zu beschaffen sind. Für diejenigen, die selbst sammeln wollen, eignen sich die Hinweise der Degupedia, ebenso hilft die allgemeine Futterliste auf diebrain weiter. Ich habe mich auch zunächst auf diesen und anderen Seiten informiert.

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Gemeinschaftshaltung von Mäusen

Zu Zeiten, als ich noch Farbmäuse (Mus musculus) und Vielzitzenmäuse (Mastomys) züchtete, bekam ich oft Mails wie diese:

 

Kann ich eine Farbmaus mit einer Vielzitzenmaus zusammen halten?

 

Meistens habe ich dann zurückgefragt, warum jemand mit dem Gedanken spielt, zwei artfremde Tiere zusammen zu halten.

Artenvergesellschaftungen sind in Zoo- und Heimtierhaltung immer noch beliebt. Die Frage, ob Mensch und Tier Nutzen aus solchen Vergesellschaftungen ziehen, soll anhand der beiden häufigsten Argumente meiner Fragesteller_innen annähernd geklärt werden.

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Nagetier-Hybriden

Familie, Gattung, Art, Unterart
Familie, Gattung, Art, Unterart

Die zoologische Systematik ist ein wissenschaftliches Konstrukt das die Tierwelt nach ihren Verwandschaftsverhältnissen in Gruppen und Untergruppen aufteilt. Nah verwandte Tiere wie etwa Löwe und Tiger werden zum Beispiel in einer gemeinsamen Gattung (Panthera) geführt.

Nicht allein ob der nahen Verwandtschaft sondern aufgrund anatomischer und chromosomaler Bedingungen lassen sich Löwe und Tiger untereinander kreuzen und lebensfähigen Nachwuchs zeugen. Je näher Arten verwandt sind, desto wahrscheinlicher entsteht fortpflanzungsfähiger Nachwuchs. Und desto wahrscheinlicher ist auch, dass die Tiere eventuell nicht als zwei verschiedene Arten sondern als verschiedene Unterarten (also genetisch gering verschiedene Varianten einer gemeinsamen Art) angesehen werden.

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Zucht aus Glas

Foto: Jpbarrass (Wiki Commons)
Foto: Jpbarrass (Wiki Commons)

Während noch vor wenigen Jahren der private Kauf von Kleintieren bei einem_einer Züchter_in relativ unkritisch war und es meist bei einem Telefonat und einer kurzen Begegnung während der Übergabe der neuen Hausgenossen blieb, sind die Ansprüche beider Parteien an ihr Gegenüber in den letzten Jahren gewachsen.

Dies hat nicht nur Vorteile.
Während eine Partei beispielsweise das Versenden von Käfigfotos als berechtigtes Einfordern von Transparenz sieht, versteht die "Gegenseite" dies als Misstrauenszeugnis und unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre. Hinzu kommt, dass fraglich ist, ob es sich bei Fotos der Käfige, sowohl bei Halter_in als auch Züchter_in überhaupt um ein gutes Bewertungskriterium handelt.

 

Der folgende Artikel ist eine subjektive Zustandsbeschreibung, hangelt sich in erster Linie am Thema "Käfigfotos" entlang und liefert keine konkreten Auswege.

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Campbell-Zwerghamster in Zahlen

Ohne viele Worte zu verlieren, sind hier einige mehr oder weniger interessante Zahlen zusammengestellt.

 

t.b.c.

 


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Eine Zucht beginnen II

Einen Anfang finden

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Nachtrag zum Farbhamster

Vor zwei Jahren habe ich im Artikel Goldhamster oder Mittelhamster, den Hang deutschsprachiger Züchter_innen, Goldhamster (Mesocricteus auratus) beim Gattungsnamen Mittelhamster zu nennen, besprochen. 

Ein möglicher Grund kann sein, dass es schwer fällt, ein schwarzes, weißes, blau-geschecktes oder silbergraues Tier Goldhamster zu nennen.

Da der Begriff Mittelhamster den Umstand jedoch nicht präzisiert, sondern umgekehrt das Feld der möglichen gemeinten Mesocricetus-Arten noch erweitert, habe ich damals die Bezeichnung "Farbhamster" in Anlehnung an Farbratte, Farbmäuse oder auch Farbkanarien vorgeschlagen.

 

Dass ich mit diesem Vorschlag nicht der erste sein kann, war mir eigentlich schon damals klar. Heute morgen bin ich plötzlich hierüber gestolpert:

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Eine Zucht beginnen I

Bei der Beschäftigung mit Kleintieren kommt bei vielen Halter_innen oft der Gedanke selbst zu züchten. Oft ist es einfach das weitergehende Interesse an der Biologie der Tiere und das Bestreben, aktiv an den Eigenschaften der Population mitzuarbeiten; oft können aber auch der Wunsch, sich an Jungtieren zu erfreuen oder ungewollte Würfe vermeintlich gleichgeschlechtlicher Tiere den Grundstein für eine Zucht legen.

Auch wenn die meisten erst über unkontrollierte Vermehrung übergangslos in die echte Zucht einsteigen, gibt es immer mehr angehende Züchter_innen, die sich informieren und abwägen bevor sie überhaupt die ersten Tiere kaufen. Hier sollen Anhaltspunkte geboten werden, worauf zu achten ist und welchen Einsatz eine Zucht fordert.

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Tiere für Kinder

Goldhamster und später auch Zwerghamster haben eine lange Tradition als Spieltier für Kinder hinter sich. Diese Einstellung hat sich besonders in jüngerer Vergangenheit gewandelt. Dass Tiere eine Bereicherung für die Entwicklung von Kindern sind, ist unbestritten, jedoch setzen sich Eltern immer mehr mit der Wahl des richtigen Hausgenossen auseinander.

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Survey-Ergebnis: Körpergewicht erwachsener Campbell-Zwerghamster

Hier nun kurz und knapp die Ergebnisse der des Kurzsurveys vom Juni zum Körpergewicht ausgewachsener Campbell-Zwerghamster.
Ich danke an dieser Stelle allen Teilnehmer_innen.

Eine erfreuliche Nachricht überbringt gleich die erste Frage nach der Zahl der gehaltenen Zwerghamster: Von allen Umfrageteilnehmer_innen (n=29) halten nur knapp 14% einen einzelnen
Campbell-Zwerghamster. Die große Mehrheit hat entweder zwei (24,1%) oder gar mehr als sechs Tiere (27,6%) bei sich zuhause. Jedoch muss hier relativiert werden: Die Rekrutierung von Teilnehmer_innen fand in Online-Gruppen und Foren statt deren User_innen sich zu großen Teilen mit Zucht und Gruppenhaltung beschäftigen.

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Wer erforscht die Platinum-Frage?

Die Züchter_innen- und Halter_innenszene ist in vielen Bereichen gespalten durch unterschiedliche Ansichten, verschiedene Deutungen und unauslöschliche Mythen. Während beim Goldhamster ein fortwährendes Für und Wider der Weiterzucht oder Auslöschung des relativ verbreiteten Rex-Gens diskutiert wird, gibt es bei Campbell-Zwerghamstern eine weniger emotional geführte Diskussion in Bezug auf Tiere mit Satinfell.
In vielen Fällen wird versucht, (halb)wissenschaftliche Quellen heranzuziehen, um seine eigene These zu untermauern. Leider gibt es zur Genetik der Hamsterartigen bei Weitem nicht so viel Material wie für etabliertere Labortiere, wie die Farbmäuse, bei denen die wissenschaftliche Untersuchung der Genmutationen dicke Bände und einen ganzen Onlinekatalog füllen.
An dem fehlenden Wissen im Bereich der Genwissenschaft wird sich in nächster Zeit wohl nichts ändern. Die einzige Möglichkeit ist, selbst aktiv zu werden, umfangreich Daten zu sammeln und eventuell sogar selbst Testreihen durchzuführen.

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Vergesellschaftung

Oft stellt sich die Frage, wie man fremde Campbell-Zwerghamster am besten zu einer zusammenführt. Immerhin kommt es nicht nur vor, dass einzelne Jungtiere zu einer neuen Gruppe zusammengesetzt werden müssen. Auch ausgewachsene Tiere, die nach dem Tod des Käfiggenossen plötzlich alleine sind, können mit einem neuen Partner vergesellschaftet werden.

Glücklicherweise hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass neue Zwerghamster nicht einfach in den Käfig der angestammten Gruppe gesetzt werden können. Doch wie geht man nun richtig vor?

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Hamster entlaufen

So wie im Sommer eine einzige entlaufene Kuh, ein durch Deutschland hüpfendes Känguru oder ein Kaiman im Badesee die Medien auf Trap halten, kann es immer mal wieder vorkommen dass auch zu Hause ein Tier unbemerkt aus dem Käfig verschwinden kann. Jetzt gilt es, selbiges wieder einzufangen. Nur wie?

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Reproduktionserfolg bei gemeinsamer oder solitärer Aufzucht

Die Studie "Evidence for obligate monogamy in the Djungarian hamster, Phodopus campbelli: pup survival under different parenting conditions" von Wynne-Edwards (1987) vergleicht den relativen Reproduktionserfolg von allein aufziehenden Campbell-Zwerghamsterweibchen und solchen, die einen Wurf im Beisein des männlichen Partners oder einem weiblichen Wurfgeschwister ohne eigenen Nachwuchs aufziehen. Die Schwestern-Konstellation wurde in das Design mit aufgenommen, um zwischen der Beteiligung des Vaters und dem Mitwirken eines anderen Artgenossen und dem jeweiligen Beitrag zum Reproduktionserfolg unterscheiden zu können.
Ermittelt wurden das Gewicht der Jungtiere und die Überlebensrate von Geburt bis zur Entwöhnung (18. Lebenstag).

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Aggressionsverhalten einander fremder Tiere

zwei Weibchen
Untersucht wurden einander fremde gleichgeschlechtliche Zweiergruppen

Katherine E. Wynne-Edwards und Robert D. Lisk haben in ihrer Untersuchung "Behavioral interactions differentiate Djungarian (Phodopus campbelli) and Siberian (Phodopus sungorus) hamsters" von 1987 einen interessanten Vergleich des unterschiedlichen Sozialverhaltens von Campbell-Zwerghamstern und Dsungarischen Zwerghamstern angestellt.

Es wurden an vier aufeinander folgenden Tagen jeweils zwei gleichgeschlechtliche Tiere für zehn Minuten in einem größeren Areal mit Nestboxen zusammengebracht und dann ihr Konfliktverhalten, Sozialverhalten, Markieren dokumentiert.

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Fertigmischungen für Rennmäuse

Nicht nur bei Campbell-Zwerghamstern, sondern auch bei Rennmäusen ist kritischer Umgang mit den angebotenen Futtermitteln mehr als ratsam.

Als Beispiel werden hier zwei zufällig gewählte Sorten genauer besprochen:

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Stellungnahme zum WDR-Beitrag über Einzelhaltung von Zwerghamstern

Am 25. März zeigte die Tiervermittlungssendung "Tiere suchen ein Zuhause" (WDR) einen Beitrag über die Gruppenhaltung von Zwerghamstern. Hierzu wurde als Expertin Gudrun Cappeller, von der "Hamsterhilfe NRW" interviewt. Diese Vereinigung nimmt nach eigener Aussage jährlich etwa 10 Hamster aus guter Haltung und 990 Hamster aus schlechter Haltung auf und kann unzweifelhaft auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen... was Tiere aus schlechter Haltung angeht.

Die Hauptaussage des nur wenige Minuten dauernden Beitrags fasst Frau Cappeller so zusammen: "Man kann keine Hamsterarten zusammen halten."
Eine mehr als fragwürdige Begründung wird gleich mitgeliefert: Gruppenhaltung ist stressig und lebensverkürzend. Wenn zwei Tiere zusammen sitzen und das eine den anderen putzt, sollten bei dem_der Halter_in die Alarmglocken schrillen. Das geputzte Tier lässt dies nur zu, weil es um sein Leben fürchtet. Es steht unter Dauerstress.
Wie kann das sein? Frau Cappeller verliert sich hierbei in einer Erklärung, deren wissenschaftliche Beleg nicht nur mich mehr als brennend interessieren würde: Das unterlegene Tier kuschelt sich an das dominante, um den "Rudelgeruch" aufrecht zu erhalten und Angriffe zu verhindern.
--> Das würde bedeuten, Tiere die sich nicht ständig berühren, würden keinen Gruppengeruch aufbauen.
--> Das würde auch bedeuten, dass wir es hier mit einer Tierart zu tun haben, die soziales Putzen an den Tag legt, obwohl eins der Individuen das andere angreifen will.
--> Das würde auch bedeuten, dass der unterlegene Hamster weiß, dass er seinem Artgenossen durch das aufrecht erhalten des Gruppengeruchs täuschen kann: Der Unterlegene hüllt sich in die Tarnkappe des Gruppengeruchs und im Bewusstsein über seinen Betrug (oder trotz dieser Strategie) ist er gestresst. Der dominante Partner scheint zu solchen intelektuellen Leistungen nicht fähig zu sein und greift nur an, wenn ein Tier den Gruppengeruch nicht hat.


Diese Argumentation würde bedeuten, dass von zwei Zwerghamstern immer einer die geistigen Leistungen eines Primaten besitzt und den Gruppengeruch bewusst einsetzen kann obwohl es sich dem anderen nicht zugehörig fühlt, während das andere Tier vom Stimulus des Gruppengeruchs vollkommen eingenommen wird und dadurch seine Aggression blockiert würde.
Außerdem ließe sich aus der Erklärung genau das Gegenteil von dem schließen, was die Hamsterhilfe NRW eigentlich propagieren wollte: Dass es sich bei Zwerghamstern um soziale Tiere handelt. Der Dominante greift nur an, wenn der andere nicht mehr den Geruch der Gruppe hat? Das kennen Halter_innen der unbestritten hochsozialen Rennmäuse, Farbmäuse und Farbratten nur zu gut.

Ganz unabhängig davon fragt sich der Zuseher, weshalb gerade bei einem Beitrag mit diesem Thema eine ganze Gruppe von Zwerghamstern gezeigt wird, die offensichtlich entspannt nebeneinander sitzt und frisst. Für die Hamsterhilfe NRW müssten diese Tiere doch tickenden Zeitbomben sein und unter massivem Stress leiden. Warum wurden sie nicht getrennt?

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Zuchtwahl

Wie schon in einem anderen Artikel beschrieben: Züchten ist mehr als mit einem Männchen und einem Weibchen Nachwuchs zu produzieren.

Der_die Züchter_in verfolgt ein Zuchtziel, um sich diesem anzunähern, ist er zu ständiger kritischer Zuchtwahl und Selektion angehalten. Doch welche Zuchtziele sollte man verfolgen und wie geht man vor?

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Ruby Eyed?

Vor einigen Monaten ist ein ungewöhnlich gefärbter Campbell-Zwerghamster bei mir zur Welt gekommen. Auffälligstes Merkmal sind die rubinroten Augen. Auch die Fellfarbe wirkt wie eine Mischung aus Agouti und Red Eyed Argente.

Die Eltern des Tieres stammen ebenso wie drei von vier Großeltern aus meiner Zucht. Relativ sicher lässt sich für das Tier der Gencode A/a B/b D/d Dg/dg ermitteln. Die Farben der Geschwister sind Agouti, Black, Chocolate und Beige.

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Fuchs-Rennmäuse

Polarfuchs (e/e g/g)
Polarfuchs (e/e g/g)
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Plastik - hässlich aber harmlos?

Noch vor wenigen Jahren war Zubehör für Käfigtiere, das nicht aus Plastik bestand, eine absolute Seltenheit. Man hat sich darum auch wenige Gedanken gemacht, obwohl Plastikgegenstände von den meisten Nagetieren schnell zerstört werden.

 

Erst später folgte der Siegeszug der Weidenbrücken und Holzschlösschen. Und mit der aufblühenden Orientierung hin zu Naturmaterialien, kam die steigende Ablehnung von bunten Plastikhäusern. Die Begründungen, weshalb Kunststoffe in einem Nagerkäfig nicht zum Einsatz kommen, haben sich jedoch von der Realität weit entfernt.

 

Was ist gut und was ist schlecht an Plastikzubehör?

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Mutationen der Zukunft

Bei den verschiedenen als Heimtiere gehaltenen Tierarten kommt es immer wieder zu Farbmutationen, die sich artübergreifend in hohem Maß ähneln. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl der vollständige Albinismus, der zu rein weißen Tieren mit roten Augen führt und bei vielen Spezies dokumentiert ist.

Gerade bei Nagetieren finden sich bemerkenswerte Parallelen. Das ist auch der Grund warum das Auftreten blauer Goldhamster die Züchter_innen zwar in große Begeisterung versetzte, jedoch niemanden richtig überraschte. Bei Ratten, Mäusen, Campbell-Zwerghamstern, Dsungarischen Zwerghamstern und zuletzt auch Rennmäusen war diese Mutation schon bekannt. Man konnte sich also ausrechnen, dass es auch beim Goldhamster nur eine Frage der Zeit sein sollte.

 

Mutationen sind meistens an den Zufall gebunden. So will es der Zufall, dass gerade bei der Mongolischen Rennmaus, von der es unübersehbar viele Farbschläge gibt, keine Braun-Mutation (b) bekannt ist.
Ich selbst warte seit Jahren auf die non-Agouti-Mutation bei der Vielzitzenmaus (nachdem die Pink-Eyed-Dilution schon vor Jahrzehnten auftrat).

 

Dieser Blogartikel spekuliert mithilfe retuschierter Fotos über das, was uns beim Campbell-Zwerghamster vielleicht erwartet oder worauf wir auch vergeblich warten werden.

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Video - Männchen und Weibchen

In diesem Video-Blogeintrag soll das typische Verhalten von Männchen und Weibchen gezeigt werden. Weibliche Campell-Zwerghamster haben alle 3-6 Tage einen Eisprung.

Männchen und Weibchen verhalten sich meistens friedlich untereinander, teilweise werden fremde Männchen aber angegriffen, wenn das Weibchen nicht paarungsbereit ist. Die folgenden Sequenzen dokumentieren das Aufeinandertreffen zweier Tiere, die sich nicht kennen. Das Weibchen ist jedoch gerade in Hitze und das Paarungsverhalten wird, insbesondere durch die Zugabe der Variable "Futter" nachvollziehbar.

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Video: Exploration

Die in den nächsten Wochen veröffentlichten Filme sollen das Verhalten von Campbell-Zwerghamstern beleuchten. Der erste Blogartikel zeigt, dass Campbell-Zwerghamster genauso wie viele ander Nagetiere nicht keine Angst vor neuem hat, wie man leider sehr oft lesen muss, sondern äußerst neugierig ist und insbesondere eine neue Umgebung systematisch erkundet.

[die gezeigten Aufnahmen wurden innerhalb weniger Minuten hintereinander gefilmt]

 

Film #1 zeigt äußerst idealtypisch, wie Hamster Joao sich in einem neuen Käfig verhält. Die Umgebung wird bis in den letzten Winkel sondiert. In den Ecken richtet sich das Tier sogar auf. Gründliche Untersuchung verlangt auch, den Blickwinkel zu wechseln. In einem vergleichsweise überschaubaren Areal wie diesem, reicht es aus, einfach nur die Laufrichtung zu ändern:

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Warum kommen neue Mutationen immer bei "großen" Züchter*innen vor?

Egal bei welcher Tierart man hinschaut, die neuen Mutationen kommen immer bei den bekannten Züchter_innen vor. Dabei sind doch Mutationen, also sprunghafte Veränderungen der Erbinformationen, zufällig und nicht beeinflussbar....

Vor kurzem wurde ich gefragt, wie das sein kann. Hier der Versuch einer Erklärung.

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Farbmutationen der Feldmaus

Einheimische Wühlmäuse werden sehr selten als Heimtiere gehalten. Heute findet man nur noch vereinzelt Rötelmäuse (Myodes glareolus) bei Privatmenschen, oftmals in ihrer albinotischen Zuchtform. Die allgemein bekannte Feldmaus (Microtus arvalis) finden wir bei Züchter_innen bis auf die Orkney-Feldmaus (M. a. orcadensis) so gut wie gar nicht. Dabei hat die umfassende Forschung an dieser Mäuserart Mitte des letzten Jahrhunderts nicht nur zahme Laborstämme hervorgebracht, sondern hat innerhalb dieser Zuchten auch die Manifestation von Fellmutationen begünstigt.  Zwar ist davon auszugehen, dass die meisten der folgenden Farbschläge seit Mitte der 1980er Jahre wieder verschwunden sind, jedoch ist sicher, dass die nötigen Gene immernoch in wildfarbenen Feldmäusen schlummern.

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Was bedeutet Zucht?

Kampfhuhn
Haushuhn (Malayenmischling)

Campbell-Zwerghamster haben in den letzten Jahren einen echten Aufschwung erlebt, auch was die neu aufkommenden privaten "Zuchten" betrifft. Nicht zuletzt weil sie in Zoofachgeschäften glücklicherweise noch größtenteils fehlen, werden Campbell-Zwerghamster von privat gekauft.

Bei den meisten Tierarten ist zu beobachten, dass es nur wenige Züchter_innen unter den vielen Vermehrer_innen gibt und dass vor letzteren in vielen Foren gewarnt wird. Dabei haben die allermeisten Züchter_innen auch als Vermehrer_innen angefangen.

 

Oftmals fehlt das Verständnis dessen, was eine Zucht von der reinen Vermehrung unterscheidet. Der nachfolgend zitierte Text aus einem alten DDR-Buch zeigt, dass Zucht vs. Vermehrung nicht nur schon lange ein Dauerthema ist, sondern gibt erschöpfend auch genau das wieder, was eine echte Zucht ausmacht. dieser Blogeintrag soll diejenigen, die jetzt noch vermehren, dazu animieren, wirklich zu züchten.

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Auswertung der Umfrage "Ernährung von Campbell-Zwerghamstern"

Rodipet Futter

Hier nun die Ergebnisse der Umfrage zur Ernährung von Campbell-Zwerghamstern.

Seit Juni haben 40 Personen teilgenommen, etwas mehr als die Hälfte hat alle Fragen bis zum Ende beantwortet. Diesen Personen gilt an dieser Stelle mein Dank für die Mitarbeit.

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Platinum - Silvering - Merle

Verschimmelungs- oder Versilberungsfaktoren sind schwer zu unterscheiden. Oftmals kursieren Zwerghamster unter dem Namen Platinum, da dies die bekannteste Versilberungsmutation bei Campbell-Zwerghamstern ist. In der letzten Woche wurde mir ein Hybrid vorgestellt, der auf dem ersten Blick nach Platinum aussah. Martin Braak aus den Niederlanden klärte mich jedoch auf, dass es sich um die Merle-Mutation des Dsungarischen Zwerghamsters handelt und brachte mit einem deutlichen Unterschied auch den Beweis. Er fragte:

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Internationale Campbell-Standards auf Deutsch

Agouti
Agouti

Da es noch keinen deutschen Standard für Zwerghamster gibt, müssen sich Züchter_innen noch an den Standards anderer Klubs orientieren.

 

Um die Sache zu vereinfachen, ist hier eine Übersetzung zweier englischer und eines schwedischen Standards veröffentlicht. Wer den niederländischen Standard hat, möge sich bitte melden!

 

Für alle die sich Fragen, wass es endlich einen deutschen Standard geben wird: Bald. Im DMRM e.V. arbeiten wir an einem sehr umfangreichen Standard für Campbell-Zwerghamster den wir noch in diesem Jahr präsentieren werden. (Edit: mittlerweile fertiggestellt)

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Was ist wirklich drin im Futter?

Seit einigen Jahren werden Verbraucher_innen immer kritischer und wollen wissen, was in den Nahrungsmitteln, die sie kaufen, wirklich drin steckt. Schummeleien und Irreführungen, die Foodwatch und lebensmittelklarheit.de aufdecken, zeigen, dass es wirklich nötig ist, genauer hinzusehen. Auch beim Tierfutter.

Oftmals sind die Angaben zur Zusammensetzung aber dermaßen verschlüsselt, dass man am Ende dennoch kaum weiß, was wirklich drin steckt im Futter. Wer kommt schon von alleine darauf, dass "Cerealien" Abfälle aus der Müsliherstellung sind?

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Englischer Standard für Rennmäuse

Es gibt immer weniger Rennmauszüchter_innen in Deutschland. Auch insgesamt lässt sich am Angebot in Buchhandlungen und Zoogeschäften, in Kleinanzeigen, Zeitungsartikeln und Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt ein Rückwärtstrend beobachten (ich berichtete). Dennoch hier ein Anhaltspunkt an alle mutigen Züchter_innen in Deutschland: Die Übersetzung des allgemeinen Standards für Mongolische Rennmäuse, übernommen von der National Gerbil Society.

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Nachbarn II: Mongolische Rennmaus

Mongolische Rennmaus - Polarfuchs
Mongolische Rennmaus - Polarfuchs

Wohl einer der bekanntesten Bewohner der Mongolei ist die als Heim- und Labortier sehr beliebte Mongolische Rennmaus. In ihrer Heimat lebt sie sozusagen Tür an Tür mit dem Campbell-Zwerghamster. Seit wenigen Wochen nun auch bei mir.

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Gräser und Kräuter sammeln

Campbell-Zwerghamster sind durch ihre Neigung zu Diabetes nicht ganz so einfach mit Frischfutter zu versorgen wie andere Nagetiere. Da Obst und viele Gemüsesorten wegen des Zuckergehalts nicht verfüttert werden können, eine abwechslungsreiche Ernährung dennoch sehr wichtig für die Gesundheit der Tiere ist, sollte der Blick auf andere verträgliche Frischfuttermittel gerichtet werden. Gerade im Frühjahr und Sommer bietet es sich da an, Gräser und Kräuter einerseits selbst zu ziehen (das geht oft schon im Blumenkasten auf dem Balkon) oder in der Natur zu sammeln.

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Punkteverteilung der Zuchtvereine

Wie werden Zwerghamster auf Zuchtausstellungen bewertet?

Der_die Zuchtrichter_in hält sich bei der Bewertung auf Shows an die jeweiligen Standards des ausrichtenden Vereins. Dies betrifft auch die Verteilung der Punkte. Grundsätzlich können bei fast allen Tierarten in allen Vereinen die zu bewertenden Tiere eine Gesamtpunktzahl von maximal 100 erreichen. Diese 100 Punkte sind auf verschiedene Kategorien vergeteilt, die von Klub zu Klub unterschiedlich sind. Grundsätzlich sagen die Punktzahlen in den verschiedenen Kategorien etwas über die äußere Erscheinung, insbesondere die Farbe des Tieres sowie seinen gesundheitlichen Zustand aus. Je nach dem, für welche Kategorien mehr oder weniger Punkte zu erlangen sind, sind die Merkmale eines Tieres unterschiedlich gewichtet.

Um alles ein bisschen verständlicher zu machen und einen Überblick zu verschaffen sind hier nun Punktelisten für Campbell-Zwerghamster von vier europäischen Zuchtvereinigungen aus England, den Niederlanden, Schweden und Deutschland im Vergleich dargestellt.

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Wildfangkreuzungen

Kreuzungen aus Stockente x Hausente sind in Siedlungsgebieten sehr häufig
Kreuzungen aus Stockente x Hausente sind in Siedlungsgebieten sehr häufig
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Woran erkenne ich eine*n gute*n Züchter*in?

Ist die Entscheidung, ein Tier von einem_einer Züchter_in zu kaufen, erstmal gefallen, stellt sich für zukünftige Nagetierhalter_innen als erstes das Problem, zwischen den vielen Anbieter_innen jene herauszusieben, die allgemein als Vermehrer_innen oder schlicht "unseriös" gelten.

Es kursieren viele - unterschiedlich lange - Listen im Internet, die bei der Unterscheidung von guten und schlechten Züchter_innen helfen sollen. Auf das Wesentliche komprimiert ergeben sich 6 Punkte, die eine_n gute_n Züchter_in herausstellen.

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Hamsterhilfen

Nagetiere standen und stehen auch heute noch in vielen Tierheimen im Schatten von Hunden und Katzen. Noch vor einigen Jahren gab sowohl in städtischen als auch in Vereinstierheimen kaum Sensibilität für Meerschweinchen, Ratten und Hamster. Tierschutzvereine, die auch nur eine_n einzige_n Nagetier-Liebhaber_in zu ihren Helfer_innen zählten, konnten sich zu Beginn steigender Neuaufnahmen von Kleintieren glücklich schätzen, während andere dem neuen Problem zunächst hilflos gegenüber standen. 

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Dissens über Satin

Die einen finden es fettig und unschön, die anderen finden Fell mit Satin-Effekt ganz besonders und deshalb erstrebenswert. Unabhängig von allen ästhetischen Betrachtungen ist es doch wichtig, sich Gedanken über Fellstrukturmutationen zu machen und diese auch mit Hinsicht auf die Tiergesundheit zu bewerten.

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Critical Care

Der Hamster frisst schlecht... Zu den häufigsten Gründen gehören Zahnprobleme aller Art, die besonders im Alter, aber auch oft schon bei jungen Tieren auftreten. Was tun, wenn das Tier nicht mehr frisst, oder fressen kann? Linda hat in einem Kommentar geschrieben, dass sie ihren beiden Patienten "Critical Care" von Oxbow füttert. Ein Grund, sich das mal genauer anzusehen.

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Nachbarn I: Brandts Steppenwühlmaus

Die bis zu 15 cm lange Brandts Steppenwühlmaus (Lasiopodomys brandtii) teilt sich ihr Verbreitungsgebiet mit dem Campbell-Zwerghamster, nämlich die Mongolei, Südsibirien und Nordostchina.

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