Hirschmäuse

Die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) ist eine in Nord- und Mittelamerika lebende Art der Neuweltmäuse. Die Bezeichnung Hirschmaus wird auch auf andere Arten der Gattung der Weißfußmäuse (Peromyscus) angewandt.Vor einigen Jahren relativ häufig, jetzt nur noch schwer erhältlich ist die nah verwandte Küstenmaus (Peromyscus polionotus).

 

Merkmale

Hirschmäuse sind eher kleine Neuweltmäuse, sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 7 bis 11 Zentimeter, die Schwanzlänge ist nach Population und Lebensraum variabel und kann 5 bis 11 Zentimeter betragen. Das Gewicht der Tiere beträgt 10 bis 25 Gramm. Die Schnauze ist spitz, die Augen groß und dunkel, die Ohren ebenfalls groß und nur spärlich behaart. Das Fell ist an der Oberseite graubraun gefärbt, der Bauch, die Füße und teilweise die Schwanzunterseite sind schmutzigweiß.

 

Peromyscus maniculatus
Jungtier

Verbreitung und Lebensraum

Hirschmäuse sind von Alaska und dem nördlichen Kanada über weite Teile der USA bis in das südliche Mexiko (Oaxaca) verbreitet. Sie sind äußerst variabel in Bezug auf ihren Lebensraum und bewohnen sowohl verschiedene Wälder als auch buschbestandene Gebiete, Grasländer, Gebirgsregionen, Kulturland und Wüsten. Am häufigsten sind sie in Prärien, Buschländern und lichten Wäldern.

 

Lebensweise

Hirschmäuse halten sich vorwiegend am Boden auf, können aber auch sehr gut klettern. Sie sind nachtaktiv und verbringen den Tag in selbst gebauten Nestern. Diese sind im Grasland oft in Erdbauen, in Wäldern in Baumhöhlen, verlassenen Vogelnestern oder im Geäst. Sie leben in Gruppen zusammen, die in der Regel aus einem Männchen, einigen Weibchen und den dazugehörigen Jungtieren bestehen. Im Winter drängen sich Gruppen von bis zu 15 Tieren in den Nestern zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen.

Hirschmäuse sind opportunistische Allesfresser, die verschiedene Pflanzen und Tiere verzehren. Auf ihrem Speiseplan stehen Samen, Früchte, Blüten, Nüsse, Insekten und andere wirbellose Tiere. In den kühleren Monaten sammeln sie Nahrung in Vorratslagern, sie halten keinen Winterschlaf.

Fortpflanzung

Hirschmäuse sind sehr fruchtbar, im Labor kann ein Weibchen 14 Würfe jährlich austragen. Bei wärmeren Wetter pflanzen sie sich etwa alle drei bis vier Wochen fort, die Tragzeit betrug bei meinen Tieren 25 bis 26 Tage. Säugende Weibchen tragen erfahrungsgemäß etwas länger. Die Wurfgröße hängt unter anderem vom Lebensraum ab und kann ein bis elf betragen, meist sind es drei bis sechs Jungtiere. Diese öffnen mit spätestens 17 Tagen die Augen und verlassen am 20. Tag das Nest. Mit mit 25 bis 35 Tagen sind die Jungen entwöhnt. Die Geschlechtsreife tritt mit 35 bis 49 Tagen ein. Das Männchen kann während der gesamten Zeit der Trächtigkeit und Jungenaufzucht beim Weibchen bleiben und wird auch im Nest geduldet.

Hirschmaus Peromyscus
Nachwuchs

Haltung

Die besonders aktiven Hirschmäuse sind echte Wildtiere und brauchen neben einem großen Terrarium das mit verschiedenen Höhlen, Tunnels, Aussichtsplätzen und Kletterästen strukturiert ist, auch sehr viele Beschäftigungsanreize. Um Verhaltensstörungen (besonders bei Männchen) vorzubeugen, sollten die sozialen Tiere in Gruppen gehalten werden und regelmäßig mit neuen Einrichtungsgegenständen, frischen Zweigen und zu erarbeitenden Futtermitteln beschäftigt werden. Ich habe mit Laufrädern (∅20cm) gute Erfahrungen gemacht. Sie werden allerdings nicht von allen Tieren benutzt. Das Nest wird auf dem Bodengrund oder unterirdisch angelegt. Um den Tieren die Möglichkeit zu bieten, eigene Gänge zu graben, sollte die Einstreu (Holz- und/oder Hanfstreu) möglichst hoch sein. Das Nest wird mit Pflanzenteilen ausgepolstert. In der Heimtierhaltung werden Zellstoff und Moos vor Heu, Stroh und getrockneten Blättern bevorzugt. Es ist davon auszugehen dass die gehaltene Unterart ein Waldbewohner ist. Ein naturnahe Gestaltung des Lebensraumes mit einem Erde-Sand-Gemisch, Obstbaumästen, Korkrinden und Steinen ist deshalb zu empfehlen. Die besonders leichten Tiere klettern auch auf dünnsten Zweigen noch sehr sicher und gehen geschickt mit wippenden und schaukelnden Klettermöglichkeiten um.

Peromyscus maniculatus
Hirschmaus

Ernährung

Hirschmäuse fressen kleine und kleinste Sämereien. Die gehaltene Unterart ist sehr gut mit hochwertigem Farbmausfutter (Bezugsquelle kann erfragt werden) zu halten. Dies kann mit Grassamen aus dem Baumarkt, Sesam, Haselnüssen und getrockneten Insekten angereichert werden. Eine eigene Mischung aus verschiedenen Kleinsaaten sollte sich an Rezepturen für Farbmäuse orientieren.

Für zwei Hirschmäuse ist ein gehäufter Teelöffel pro Tag ausreichend. Bei einem schwangeren oder säugenden Weibchen verdoppelt sich der Futter- und Wasserbedarf. Hier muss besonders auf ausreichende Proteinversorgung geachtet werden.

Frischfutter in Form von Obst und Gemüse wird sehr gerne angenommen. Meine Tiere ziehen Pilze (Champignon, Pfifferling, Steinpilz, Austernpilz, Kräuterseitling) den meisten Gemüsesorten vor. Rund um den Zeitpunkt Geburt ist eisenhaltige Rote Beete zuträglich.

Hirschmäuse sind sehr geschickte Jäger und fangen sowohl Grillen als auch Motten sehr schnell und sicher.