Genetik in 5 Minuten

Gregor Johann Mendel, der Begründer der klassischen Genetik hat durch Kreuzungsversuche mit Erbsen herausgefunden, nach welchen Regeln sich bestimmte Merkmale vererben.

Hier nun ein kleiner Crashkurs in Sachen Genetik

 

Kurze Begriffserklärung

 

DNS/Chromosom  Die Desoxyribonucleinsäure ist Trägerin der Erbinformation (Gene), und ist als Doppelhelix (=Chromosom) im Zellkern organisiert
Gen Erbanlage auf der DNS. Durch die Doppelhelixstruktur der Chromosomen immer in zweifacher Ausführung vorhanden. Schreibweise z.B. non-Agouti-Gen: a/a
Allel mögliche Ausprägungen eines Gens. Beim non-Agouti steht a/a für die beiden Allele 
dominant manche Gene setzen sich in ihrer Ausprägung  gegenüber anderen durch. z.B. ist Wildfarbe (A) dominant gegenüber non-Agouti (a).
rezessiv ein rezessives Merkmal kann erst ausgeprägt werden, wenn beide Allele des betreffenden Gens gleich sind: a/a
homozygot reinerbig. z.B. a/a 
heterozygot mischerbig. z.B. A/a

Mit diesem Wissen sind die drei Mendelschen Regeln nun leicht zu verstehen:

 

1. Uniformitätsregel

Kreuzt man Individuen, die sich in einem Merkmal homozygot unterscheiden, prägen alle direkten Nachkommen das dominante Merkmal aus.

Aus der Kreuzung eines wildfarbenen Hamsters (A/A) mit einem schwarzen Hamster (a/a) entstehen also ausschließlich wildfarbige (uniforme) Nachkommen. Die Tochtergeneration ist heterozygot (A/a)

genetik
1. Mendelsche Regel (hier mit schwarzen und weißen Meerschweinchen)

2. Spaltungsregel

Kreuzt man zwei Individuen bei denen das gleiche Merkmal heterozygot ist, ist die Merkmalsausprägung nicht mehr uniform, sondern spaltet sich. Beim dominant-rezessiven Erbgang* werden sowohl das rezessiv als auch das dominant vererbte Merkmal ausgeprägt.

Kreuzt man zwei heterozygote wildfarbige Hamster (A/a) erhält man jeweils 50% heterozygot wildfarbige (A/a), 25% homozygot (A/A) wildfarbige und 25% homozygot schwarze Hamster (a/a)

genetics
2. Mendelsche Regel

3. Unabhängigkeitsregel

Kreuzt man Individuen, die sich in zwei Merkmalen unterscheiden, können diese Merkmale neu kombiniert werden.

Dies gilt, sofern die beiden Merkmale durch verschiedene Gene verursacht werden. Bei der Kreuzung eines wildfarbenen Satinhamsters (A/A sa/sa) mit einem schwarzen Hamster ohne Satinfell (a/a Sa/Sa) erhält man nach der Uniformitätsregel zwar zunächst nur wilfarbige Tiere ohne Satinfell (A/a Sa/sa). Kreuzt man diese hingegen wieder untereinander, werden die Merkmale unabhängig neu kombiniert. Unabhängig deshalb, da beispielsweise auch schwarze Satinhamster entstehen können, obwohl keiner der Vorfahren schwarzes Satinfell hatte.

neukombinationsregel
3. Mendelsche Regel (hier mit schwarz Kurzhaar x weiß Langhaar)

* Den Sonderfall des intermediären Erbgangs habe ich bewusst vernachlässigt. Mehr Informationen zur klassischen Genetik bietet die sehr anschauliche Erklärung bei Wikipedia.

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Kommentare: 7
  • #1

    hamsteria (Dienstag, 10 Juli 2012 12:05)

    Hallo, super verständlich, klasse. Im allgemeinen eine klasse HP :)
    viele nördliche Grüße Michelle und die Hamsterias

  • #2

    Nicole (Samstag, 03 November 2012 07:49)

    huhu, supi, sehr hilfreich, aber kann es sein, daß sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat?
    Bei der Spaltungsregel steht:Kreuzt man zwei heterozygote wildfarbige Hamster (A/a) erhält man jeweils 50% heterozygot wildfarbige (A/a), 25% homozygot (A/a) wildfarbige und 25% homozygot schwarze Hamster (a/a). Müßte bei den 25% homozygot wildfarbig nicht (A/A) stehen, statt (A/a)? Kann aber auch sein, daß ich was falsch verstanden hab:-( Viele Grüße
    Nicole

  • #3

    ratfrett (Montag, 05 November 2012 13:12)

    Hallo Nicole,
    vielen Dank für dein Feedback. Du hast Recht: Natürlich muss es A/A heißen. Ich habe es gerade geändert.

  • #4

    Anne (Donnerstag, 30 Mai 2013 17:09)

    eins verstehe ich noch nicht: Woher weiß ich denn, welchen Gencode mein Hamster hat?
    Schaue ich anhand der Augen- und Fellfarbe meines Hamsters in diese Tabelle, wo die Grund- und Kombinationsfarben etc. aufgelistet sind?
    Oder wie geht das? Was mache ich zB wenn ich die Fellfarbe meines Tieres nicht zweifelsfrei bestimmen kann?

    LG

  • #5

    ratfrett (Freitag, 31 Mai 2013 10:37)

    Der Gencode lässt sich ermitteln aus...

    ...dem, was man dem Tier bereits äußerlich ansieht,

    ...dem, was man über die Eltern weiß

    ... und dem, was man über die Nachkommen weiß.

    Wenn man die Fellfarbe nicht zweifelsfrei bestimmen kann, wird es auch mit dem Gencode nichts.

  • #6

    justine koch (Mittwoch, 13 November 2013)

    das hört sich interessant an aber wenn jetzt verschiedene mischfarbenprägungen aueinandertreffen kann ja der nachwuchs dann immer gemischt rauskommen habe einen fall mgesehen die eltern mutter black bandet vater wildhamsterfarbig die jungen kammen in blue ,blue bandet ,black,silver grey raus aber keinerlei wildfarben .krezt man aber ein cinamon frbigen mit einen wildfarbigen dann erhält man fast nur cinamonfarbige,black,und wildhamsterfarbig mit freundl. gr jussy

  • #7

    ratfrett (Montag, 06 Januar 2014 18:44)

    @justine: bei mischerbigen Tieren kommen natürlich sehr viele kombinationen zustande. Hier greift die Unabhängigkeitsregel (siehe Punkt 3 im Text )