Genetik in 5 Minuten

Gregor Johann Mendel (1822 - 1884), Begründer der klassischen Genetik, hat durch Kreuzungsversuche mit Erbsen herausgefunden, nach welchen Regeln sich bestimmte Merkmale vererben. Diese Merkmale können sowohl Fellfarben, Haarstrukturen und Körperformen sein als auch Erbkrankheiten wie zum Beispiel Microphtalmus.

Kurze Begriffsklärung

 

DNS/Chromosom  Die Desoxyribonucleinsäure ist Trägerin der Erbinformation (Gene) und ist als Doppelhelix (=Chromosom) im Zellkern organisiert
Gen Erbanlage auf der DNS. Durch die Doppelhelixstruktur der Chromosomen immer in zweifacher Ausführung vorhanden. Schreibweise z.B. Non-Agouti-Gen: a/a
Allel Mögliche Ausprägungen eines Gens. Bei Non-Agouti steht a/a für die beiden Allele 
dominant Manche Gene setzen sich in ihrer Ausprägung  gegenüber anderen durch. z.B. ist Wildfarbe (A) dominant gegenüber non-Agouti (a).
rezessiv Ein rezessives Merkmal kann erst zur Ausprägung kommen, wenn beide Allele des betreffenden Gens gleich sind: a/a
homozygot reinerbig. z.B. a/a 
heterozygot mischerbig. z.B. A/a

 

 Mit diesem Wissen sind die drei Mendelschen Regeln nun leicht zu verstehen:

1. Uniformitätsregel

Kreuzt man Individuen, die sich in einem Merkmal homozygot unterscheiden, prägen alle direkten Nachkommen das dominante Merkmal aus.

Aus der Kreuzung eines ausgefärbten Tieres (C/C) mit einem weißen Tier (c/c) entstehen also ausschließlich wildfarbige (uniforme) Nachkommen. Die Tochtergeneration ist heterozygot (C/c)

genetik
1. Mendelsche Regel (hier mit ausgefärbten und weißen Meerschweinchen)

 

2. Spaltungsregel

Kreuzt man zwei Individuen bei denen das gleiche Merkmal heterozygot ist, ist die Merkmalsausprägung nicht mehr uniform, sondern spaltet sich. Beim dominant-rezessiven Erbgang* werden sowohl das rezessiv als auch das dominant vererbte Merkmal ausgeprägt.

Kreuzt man zwei heterozygote ausgefärbte Tiere (C/c) erhält man jeweils 50% heterozygot ausgefärbte (A/a), 25% homozygot ausgefärbte (C/C) und 25% homozygot weiße Tiere (c/c)

genetics
2. Mendelsche Regel

3. Unabhängigkeitsregel

Kreuzt man Individuen, die sich in zwei Merkmalen unterscheiden, können diese Merkmale neu kombiniert werden.

Dies gilt, sofern die beiden Merkmale durch verschiedene Gene verursacht werden. Bei der Kreuzung eines ausgefärbten kurzhaarigen Tieres Satinhamsters (C/C L/L) mit einem weißen Langhaarigen (c/c l/l) erhält man nach der Uniformitätsregel zwar zunächst nur ausgefärbte Tiere ohne Langhaar (C/c L/l). Kreuzt man diese hingegen wieder untereinander, werden die Merkmale unabhängig neu kombiniert. Unabhängig deshalb, da beispielsweise auch ausgefärbte langhaarige Individuen entstehen können, obwohl keiner der Vorfahren so aussah.

neukombinationsregel
3. Mendelsche Regel (hier mit schwarz Kurzhaar x weiß Langhaar)

* Den Sonderfall des intermediären Erbgangs habe ich bewusst vernachlässigt. Mehr Informationen zur klassischen Genetik bietet die sehr anschauliche Erklärung bei Wikipedia.