Kurzschwanz-Zwergopossums

Monodelphis domestica ist unter mehreren deutschen Bezeichnungen wie Kurzschwanzopossum, Zwergopossum, Kurzschwanz-Zwergopossum oder Hausspitzmausbeutelratte bekannt und ist als Vertreter der Didelphidae ein echtes Beuteltier.
Da die Art als Labortier relativ verbreitet ist, hat sie auch leicht den Weg in die Heimtierhaltung gefunden.

 

Zwergopossums kommen aus Steppen und baumbestandenen Gebieten Brasiliens, Boliviens und Paraguays. Man findet sie zudem auch in Siedlungen, wo sie sich mit der Jagd auf Mäuse und Insekten als Kammerjäger verdient machen. Die Größe wird durchschnittlich mit 16 cm Kopf-Rumpf-Länge angegeben, der Greifschwanz ist 8 cm lang. Männchen haben etwas breitere Köpfe und werden mit über 100 g etwas schwerer als Weibchen. Zudem sind Männchen leicht anhand der Hoden zu erkennen, die untypischerweise vor dem Penis liegen. Weibchen haben keinen Beutel sondern eine Ausbuchtung in der Bauchdecke. In freier Wildbahn leben die Tiere einzelgängerisch und nachtaktiv. Mittlerweile wird allerdings auch von  harmonischen Paaren und Weibchengruppen berichtet. Ist keine Zucht beabsichtigt, sollte die Einzelhaltung bevorzugt werden.

Kurzschwanz-Zwergopossums sind zwar Bodenbewohner, können jedoch gut klettern, sodass die Haltung in einem großen und ausreichend hohen Terrarium (120 x 60 x 60 cm) stattfinden sollte. Als Bodengrund eignet sich ein Gemisch aus Erde und Sand, weniger naturnahe Substrate, wie etwa die üblichen Holz- oder Hanfstreusorten für Kleintiere, sind jedoch weitaus einfacher sauber zu halten. Und gerade bei der Ernährung mit tierischer Nahrung ist Hygiene besonders wichtig. Eine zusätzliche Beleuchtung ist nicht notwendig, eine Terrarienheizung stellt in kühlen Räumen sicher, dass die Temperatur im Becken nicht unter 20°C fällt.

Als Schlafhöhle eignen sich viele Unterschlupfmöglichkeiten für Goldhamster oder Ratten. Ebenfalls geeignet sind Nistboxen für Sittiche, Korkröhren und hohle Äste. Werden mehrere Schlafplätze angeboten, kann das Tier frei wählen und sich darin ein Nest bauen. Als Nistmaterial sollte stets Heu und getrocknete Blätter angeboten werden. Ebenso geeignet ist zerrissenes Haushaltspapier oder getrocknetes Moos aus dem Terraristikhandel. 

 

Die weitere Einrichtung besteht aus Ästen, Kork- und Tonröhren, Rindenstücken oder auch Steinen. Die naturnahe Gestaltung mit ungiftigen Pflanzen ist ebenfalls möglich. Futter kann in standfesten Näpfen aus Keramik oder Steingut angeboten werden. Für die Wasserversorgung eignen sich Kleintiertränken mit Kugelventil.

Die Haltung von Opossums ist nicht so einfach, wie die von Hamstern oder anderen domestizierten Kleinsäugern. Dies hat vor allem mit der Ernährung zu tun. Sie besteht nämlich fast vollkommen aus tierischer Kost. Grundsätzlich sollten kleine Nagetiere und Insekten verfüttert werden. Während Jungtieren zunächst kleine Futtertiere wie Babymäuse, Grillen und Heimchen ausreichen, können ausgewachsenen Zwergopossums darüber hinaus alle Nagetiere in der Größe einer Farbmaus und Futterinsekten in allen Größen angeboten werden. Da Zwergopossums geschickte Jäger sind und ihre Beute schnell töten, können die Futtertiere auch lebend ins Terrarium gegeben werden. Ein Exemplar frisst am Tag etwa eine ausgewachsene Maus. Dennoch ist es ratsam, immer eine Schale mit hochwertigem Katzen- oder Frettchentrockenfutter anzubieten. Dieses sollte salzarm und zuckerfrei sein. Hartgekochtes Eiweiß oder süße Früchte (in Stückchen oder als Brei) können regelmäßig gefüttert werden.

 

Opossums sollten zu Beginn ihrer Aktivitätszeit, also zur Dämmerung gefüttert werden. Sie tragen Beutetiere oft zu bestimmten Fressplätzen, die jeden Morgen von Futterresten befreit werden müssen. Ebenso sollten Kotplätze täglich gereinigt werden. Nutzt das Zwergopossum seine Nisthöhle auch als Kotplatz, sollte die Reinigung dann stattfinden, wenn das Tier wach ist und das Nest verlassen hat. Teile der Einrichtung sollten wöchentlich gewechselt oder mit heißem Wasser abgespült werden. Eine Grundreinigung ist bei der Haltung auf Hanfstreu nur alle paar Wochen nötig. Wird nur ein Teil des Bodengrunds ausgetauscht, mindert dies den Stress für das Opossum.