Diabetes

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist bei Campbell-Zwerghamstern sehr weit verbreitet und kann erblich aber auch durch falsche Ernährung bedingt sein.
Bei ererbtem Diabetes mellitus kommt es besonders zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat zum Ausbrechen der Krankheit. Erworbener Diabetes kann früher oder später, auch bereits nach der Umstellung auf gesundes Futter vorkommen. Campbell-Zwerghamster neigen auch als Wildfänge zu Diabetes mellitus, da sie, genauso wie Degus (Octodon degus) oder Fette Sandratten (Psammomys obesus) aus kargen Gebieten stammen und ihr Organismus auf die Verwertung zuckerarmer Nahrung spezialisiert ist.

 

Die Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung sind oft schon auf dem ersten Blick erkennbar:

  • Hyperaktive Bewegungsstereotypien (Eckenscharren, Eckenspringen, hin und her rennen, Kratzen) aber auch Lethargie
  • Untergewicht (aber auch Fettleibigkeit)
  • häufiges Trinken
  • Absetzen von sehr viel Urin
  • süßlich riechender Urin
Campbell-Zwerghamster

In Verdachtsfällen oder einfach zur Vorsorge kann eine Erkrankung schon in frühen Stadien mittels Untersuchung des Urins mit Glucoseteststreifen (für ca. 1 Euro aus der Apotheke) erkannt werden. Auch regelmäßige Gewichtskontrolle und Aufmerksamkeit bei der Reinigung des Käfigs helfen, Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Für die Zuckerkrankheit beim Zwerghamster gibt es keine Heilung. Eine Behandlung mit Insulin wie beim Menschen ist nicht möglich. Derzeit laufen Versuche unter Haltern, kranke Tiere mit Medikamenten zu behandeln.

 

Gute Halter und Züchter halten ihre Campbell-Zwerghamster, egal ob gesund oder krank, immer auf Diät. Die meisten Fertigmischungen sind zu kohlehydratreich und enthalten für die Bedürfnisse von Campbell-Zwerghamstern zu wenige Proteine. In dem Artikel Ernährung habe ich meine Futtermischung beschrieben. Campbell-Zwerghamster sollten niemals mit Obst gefüttert werden. Auch Gemüse eignet sich nur bedingt. Rotes und gelbes Gemüse ist besonders süß und sollte also vermieden werden. Jedoch ist auch bei den grünen und weißen Gemüsesorten einiges zu beachten. Der Anteil an Kohlenhydraten (KH) sollte möglichst niedrig sein. Anhaltspunkte über den Kohlehydratanteil von Gemüsesorten liefern Lebensmitteltabellen mit der Glykämischen Last (GL) bzw. dem etwas bekannteren Glykämischen Index (GI). Hier gilt: Das Gemüse sollte pro 150 Gramm eine GL unter 1  (bzw. GI unter 20) haben und natürlich auch sonst gut verträglich sein. Mit diesen Vorraussetzungen sind folgende Gemüsesorten für Campbell-Zwerghamster uneingeschränkt zu empfehlen:

Sorte KH pro 100 Gramm
Fenchel 2,8
Knollensellerie 2,3
Petersilienwurzel 2,3
Salatgurke 1,8
Schwarzwurzel 1,6
Staudensellerie 2,2
Zucchini 2,0

 

Im Vergleich schneiden die leider immernoch häufig verfütterten Karotten mit mehr als doppelt so hohem KH-Anteil und einem GI von 70 sehr schlecht ab. 

Mindestens genausogut wie Gemüse sind auch Salat, Gräser und Kräuter als Frischfutter geeignet. Weitere Informationen zu Frischfutter stehen unter Ernährung.

Campbell-Zwerghamster

Für Züchter_innen gilt:
Zuchttiere sollten regelmäßig auf Diabetes getestet und nur im Falle eines negativen Ergebnisses verpaart werden. Genetisch bedingter Diabetes vererbt sich wahrscheinlich rezessiv. Das bedeutet, dass auch zwei negativ getestete Tiere kranken Nachwuchs produzieren können. Jede_r Halter_in muss diesbezüglich sensibilisiert werden, da es nicht möglich ist, bei Jungtieren eine Voraussage zu treffen, ob sie gesund bleiben. Deshalb ist es wichtig, Jungtiere möglichst lange zu behalten und zukünftige Halter_innen umfassend über die Zuckerkrankheit zu informieren. Idealerweise bleibt der Kontakt zwischen Halter_in und Züchter_in aufrecht, sodass der_die Züchter_in über den Gesundheitszustand seiner_ihrer Abgabetiere und somit auch der eigenen Stammtiere Bescheid weiß.


weitere Informationen zu dem Thema:

Diabetes testen

keine Diabetesfrei-Garantie

http://diabeteshamster.blogspot.com/

http://pets.groups.yahoo.com/group/HoneyHams/ (englisch)